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Der Valide Sultan Brunnen (Valide Sultan Çeşmesi) ist ein
historischer
Brunnen in Istanbul.
Er wurde 1206
n.d.H. (1791/1792 n.Chr.) erbaut und steht an der Straße
Nuhkuyusu Caddesi No:3 (34668 Üsküdar/İstanbul) im Ortsteil
Zeynep Kamil. Das kleine Bauwerk steht zwischen der
Schakirin Moschee (Şakirin Camii) und dem
Karadscha Ahmad Schrein (Karaca Ahmet Türbesi).
Die Inschrift auf der Gründungstafel lautet in
altosmanischer Schrift:
Rıza cû-yi Hüda müstağrak–ı ihsanıdır
ekvân İnayet menba’ı Sultan Selim’e mehd-i ulyâdır Acebmi
cûyidbâr-ı lûtfu olsa böyle bî-pâyân
Füyûzat-ı himemdir muktezâ-yi meşreb-ı
sâfı Hulusiyle ider icrâ-yi şükr-i ni’met-i Yazdân
Sebîl-i Hakda ez-cümle idüb bu çeşmeyi
bünyad Zülal-ı cûdi kıldı teşnegan-ı himmeti reyyan
Bu câ-yi behcet-efzâyi kılub cennet
gibi şadab Sanırsun selsebîlin aynın itdi sû-be-sû cuyan
Sevabın Fâtıma Sultana ihdâ eyledi
tâkim Kenar-ı âb-ı kevser de olsa ola etrafa feyz-efşân
O hür-i ayne hemdem duhter-ı pâkîzesi
zîra Henüz ma’sum iken itmişdi azm-ı ravza-ı rıdvan
Revân itdi ana sir-ü şeker-ves iste
âb-ı sâf Ki çuş-ı şevkatiye ruh-i pâkin eyleye şâdan
Suyun âb-ı hayat-âsâ içen ol çeşme-i
feyzin Olur böyle duâ-yi hayri icrâ eyleyüb şükran
O cennet de safâsında bu devletde ola
bâki
Hüdâ Sultan Selim’e eyleye hem ömr-i
Hızır ihsan
İki târih yazdım Vehbiyâ bir beyt-i
dil-cude
Safa ile akar su gibi ezber itmeğe
şâyan
Revandır Fâtıma Sultan rûhuna o âb-I
saf
Bu aynı itdi cârî bahr-ı cûd-I Vâlide
Sultan
Die Bedeutung ist:
„Der Wille Gottes ist ein Strom, durch den das Universum
reichlich mit Gaben überfließt. Die Quelle der Gnade ist
Sultan Selim, ein hoher Fürst. Welch wunderbarer Strom der
Gunst, endlos in seiner Fülle!“
Die Quelle sprudelt aus dem Eifer reiner Gesinnung. Mit
Aufrichtigkeit verrichtet sie den Dank für Gottes Gaben.
Als ein Weg Gottes hat er diese Quelle errichtet. Das
reine Wasser machte die Durstigen erquickt und erfüllt.
Dieser Ort, voller Freude, ist wie ein fröhliches
Paradies. Man könnte meinen, es sei eine Quelle des
Paradieses, die alle Richtungen erquickt.
Die Belohnung wird Fatma Sultan gewidmet. Möge sie, wie
das Wasser des
Kewser, überall Segen verbreiten.
Diese reine Tochter, während sie noch unschuldig war,
hat die Absicht geäußert, dass diese Quelle spirituelle Freude
bringt.
Die Quelle fließt sanft, damit die reine Seele Freude
empfindet.
Wer von diesem Wasser des Lebens trinkt, möge durch das
Gebet Segen empfangen.
Möge in der paradiesischen Freude auch diese Herrschaft
ewig bestehen.
Möge Gott Sultan Selim ein langes Leben schenken wie das
des
Hızır.
Ich habe zwei Daten vermerkt, Vehbi schrieb ein
herzbewegendes Gedicht.
Es fließt mit Freude wie Wasser, wert, auswendig gelernt
zu werden.
Dieses reine Wasser strömt zu Fatma Sultans Seele.
Es fließt ebenfalls zum laufenden Meer der Großzügigkeit
der Valide Sultan.“
Dieses osmanische Gedicht preist die Errichtung einer
Quelle (Çeşme), die von Sultan
Selim
III. gestiftet wurde. Das Wasser wird als Symbol
göttlicher Gnade und paradiesischer Freude dargestellt. Die
Quelle dient den Menschen, erquickt die Durstigen und
verbreitet Segen. Die Stiftung wird einer Fatma Sultan
gewidmet, die allerdings weder die Sultansmutter (Valide-Sutlan)
ist, die Mihrischah hieß, noch eine Tochter, da er keine
Tochter Fatima hatte. Vielmehr ist
Fatima (a.) gemeint, was durch den Zusatz
Kewser deutlich wird. Und es wird Gott gedankt. Der Text
verbindet praktischen Nutzen (Versorgung mit Wasser) mit
spiritueller Bedeutung (Dankbarkeit, Belohnung,
Paradiesmetaphern).

Foto Y.Özoguz (2018 n.Chr.)