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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Pietro della Vecchia (1603–1678 n.Chr.) war ein venezianischer
Maler des Barock.
Er war bekannt für seine Historiengemälde, allegorischen
Szenen und fantasievolle oder inszenierte Darstellungen
historischer Figuren. Sein Werk über
Chayruddin Barbarossa ist in diesem Kontext zu sehen.
Pietro della Vecchia malte kein realistisches Porträt
Barbarossas, sondern ein idealisierendes, europäisch
geprägtes Fantasiebild.
Venedig war lange ein zentraler Akteur im Mittelmeerraum –
sowohl als Gegner als auch als Handelspartner des
Osmanischen Reichs.
Barbarossa, als osmanischer Admiral und gefürchteter
Freibeuter, war eine bekannte Figur in den Erinnerungen an die
Seegefechte zwischen Venedig und der Hohen Pforte, besonders
in der
Seeschlacht von Preveza (1538). Pietro della Vecchia malte
zahlreiche historische oder „orientalisierende“ Figuren mit
fantasievollen, exotischen Gewändern.
Barbarossa als exotisches Motiv Barbarossa wurde in Europa
oft als sinnbildlicher „türkischer Korsar“ dargestellt – dabei
jedoch häufig frei erfunden oder verfremdet, ohne historisch
exakte Darstellung. Er wurde mit reich verzierten Turbanen,
orientalischen Stoffen, Säbeln und ähnlich dargestellt, um ihn
als „fremd“ zu kennzeichnen.
Della Vecchia griff diese Bildsprache auf, um sowohl einen
„Türken“ als auch eine bedeutende Gestalt der osmanischen
Seemacht zu zeigen. Das war damals ideal für den
venezianischen Geschmack, der sowohl Exotik als auch
militärische Erinnerung suchte. Das Bild hängt heute im Rahmen
einer Sammlung von Bildern über
Barbarossa im
Seefahrtsmuseum Istanbul.

Foto Y.Özoguz (2015 n.Chr.)