Wahid-Dastdscherdi

Foto IRIB 2011

Marsieh Wahid-Dastdscherdi

Aussprache: marsiye wahiyd dastdschaerdiy
arabisch:
مرضیه وحید دستجردی
persisch:
مرضیه وحید دستجردی
englisch:
Marsieh Vahid-Dastjerdi

11.2.1959 - heute n.Chr.

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Dr. Marsieh Wahid-Dastdscherdi war die erste Frau auf einem Ministerposten in der Islamische Republik Iran.

Sie wurde am ist 3.9.2009 von Ahmadinedschad in sein zweites Kabinett als Gesundheitsministerin berufen. Die Islamische Beratungsversammlung (Madschlis/Parlament) bestätigte ihre Berufung mit 175 Stimmen bei 82 Gegenstimmen und 29 Enthaltungen. Sie blieb bis 2012 Gesundheitsministerin.

Ihr Name erscheint in lateinischer Schrift in mehreren Varianten: Marzieh Vahid Dastjerdi Marzieh Vahid-Dastjerdi Marziyeh Vahid Dastjerdi Marzieh Wahid Dastgerdi.

Dr. Marsieh Wahid-Dastdscherdi ist am 11. Februar 1959 n.Chr. in Teheran als Tochter von Seifullah Wahid-Dastdscherdi, einem Arzt und zeitweiligen Leiter des Roten Halbmondes im Iran geboren. Sie absolvierte ab 1976 ihr Medizinstudium an der Universität Teheran. Sie spezialisierte sich auf Gynäkologie und Geburtshilfe und arbeitete später als Ärztin, Hochschullehrerin und klinische Leiterin.

Im Jahr 1988 erhielt sie ihren Dr.-Titel. Daneben lehrte sie an der Universität Teheran als Hochschulprofessorin. Sie war Leiterin der Abteilung für Krankenpflege und Geburtshilfe. 1992 wurde sie in die Islamische Beratungsversammlung (Madschlis/Parlament) gewählt und blieb darin zwei Wahlperioden. Sie gehörte zu denjenigen, die ab 1998 eine Trennung der Krankenabteilungen von Frauen und Männern in iranischen Krankenhäusern durchgesetzt hat.

Im Jahr 2000 n.Chr. wurde sie Dekanin der Medizinfakultät auf der Insel Kisch. Sie engagierte sich vor allem für das, was sie „medizinische Gerechtigkeit“ nannte: Eine hochwertige medizinische Versorgung auch in den Provinzen. In der Zeit von 2004-2009 n.Chr. war sie Leiterin des Arasch-Krankenhauses. Sie hat zahlreiche Bücher über Frauenkrankheiten ins Persische übersetzt und auch selbst geschrieben. Mehrere Ihrer Artikel erschienen in internationalen Fachzeitschriften.

Von 1992 bis 2000 n.Chr. war sie Abgeordnete in der Islamischen Beratungsversammlung und vertrat den Wahlkreis Teheran. Sie war Vorsitzende des Ausschusses für Frauen, Familie und Jugend. Sie war Mitbegründerin der Islamischen Ärztevereinigung und Mitglied der Zaynab Gesellschaft, einer islamischen Frauenorganisation.

Vor ihrer Ernennung zur Ministerin war Wahid-Dastdscherdi über viele Jahre in der klinischen Medizin und an der Universität tätig. Ihr Arbeitsschwerpunkt lag insbesondere auf: Geburtshilfe und Schwangerschaftsmedizin, gynäkologischen Erkrankungen, Reproduktionsmedizin, Fertilität und Infertilität, medizinischer Versorgung von Frauen, medizinischer Ausbildung und Gesundheitspolitik.

Wahid-Dastdscherdi trat bereits lange vor ihrer Ernennung zur Ministerin politisch hervor. Sie gehörte dem konservativen politischen Spektrum der Islamischen Republik an und war unter anderem mit der Zeinab-Gesellschaft verbunden, einer Organisation konservativer politisch aktiver Frauen. Außerdem war sie an der Islamischen Vereinigung der Ärzte Irans beteiligt.

Nach der Präsidentschaftswahl von 2009 nominierte Präsident Ahmadinedschad drei Frauen für Ministerämter. Die Islamischen Beratungsversammlung bestätigte jedoch nur Wahid-Dastdscherdi. Am 3. September 2009 erhielt sie das Vertrauen der Abgeordneten und wurde Ministerin für Gesundheit und medizinische Ausbildung. Die beiden anderen Kandidatinnen wurden abgelehnt. Damit war Wahid-Dastdscherdi die erste Ministerin der Islamischen Republik Iran seit deren Gründung 1979 n.Chr.

Während ihrer Amtszeit musste Wahid-Dastdscherdi unter anderem folgende Bereiche verantworten: staatliche Krankenhäuser und Gesundheitszentren, Arzneimittelversorgung, Impf- und Präventionsprogramme, medizinische Universitäten, Ausbildung von Ärzten, Hebammen und Pflegepersonal, Mutter-Kind-Gesundheit, epidemiologische Überwachung, internationale gesundheitspolitische Zusammenarbeit. Als Ministerin vertrat sie Iran auch bei internationalen Gesundheitskonferenzen.

Der entscheidende Konflikt ihrer Amtszeit entstand Ende 2012. Wahid-Dastdscherdi kritisierte öffentlich, dass für die Einfuhr von Medikamenten nicht genügend subventionierte Fremdwährung zur Verfügung stehe, während für weniger wichtige oder luxuriöse Waren Devisen bereitgestellt würden. Besonders bekannt wurde ihre Aussage, Medikamente seien „wichtiger als Brot“. Sie verwies darauf, dass offenbar subventionierte Devisen für Luxusautos und andere nicht lebensnotwendige Produkte verwendet worden seien, während das Gesundheitsministerium nicht genügend Mittel zum Erwerb dringend benötigter Arzneimittel erhalten habe. Das Gesundheitsministerium kritisierte daraufhin auch die Zentralbank. Die Auseinandersetzung machte deutlich, dass Vahid Dastjerdi bereit war, die eigene Regierung öffentlich für die Arzneimittelknappheit mitverantwortlich zu machen.

Am 27. Dezember 2012 entließ Präsident Ahmadinedschad die Ministerin aus dem Amt.

Auch nach ihrer politischen Karriere blieb sie wissenschaftlich aktiv. Eine 2023 veröffentlichte Studie über die Beteiligung von Frauen an der iranischen Gesundheitsforschung führt sie als Autorin und Angehörige der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Medizinischen Fakultät der Universität Teheran. 2024 war sie zudem Mitautorin einer Untersuchung über HPV-Infektionen, Sexualfunktion und Lebensqualität iranischer Frauen.

Im Jahr 2024 hat der iranische Präsident Masud Pazaschkian Marsieh Wahid-Dastdscherdi zur Sekretärin des Nationalen Bevölkerungszentrums ernannt.

Dr. Marsieh Wahid-Dastdscherdi ist mit Dr. Nochostin verheiratet, hat zwei Kinder und gilt als liebevolle Mutter. Sie ist die Cousine des bekannten iranischen Sängers Muhammad Isfahani.

Nach der Ernennung von Imam Mudschtaba Chamenei zum Oberhaupt und den durch die Westliche Welt verbreiteten Gerüchten, seine Frau habe seine Kinder im Ausland zur Welt gebracht, meldete sie sich zu Wort: In einem Fernsehinterview erklärte sie, elf Enkel von Imam Sayyid Ali Chamenei entbunden zu haben: drei Kinder von dem Imam Mudschtaba Chamenei , drei von Huda Chamenei, drei von Masud Chamenei, ein Kind von Maitham Chamenei sowie ein Kind von Buschra Chamenei. Zwei bis drei Geburten fanden im Dr.-Shariati-Krankenhaus, die übrigen im Resalat-Krankenhaus in Teheran statt. Ihre Aussagen widerlegen zugleich Gerüchte über Geburten im Ausland und unterstreichen für viele Iraner die schlichte Lebensweise einer Familie, die trotz ihrer herausragenden Stellung auf Luxuskliniken und privilegierte Auslandsaufenthalte verzichtete und dem eigenen Gesundheitssystem vertraute.

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