.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Muhammad Amir Zaidan, auch bekannt als Amir Muhammad Adib
Zaidan (أمير محمد أديب زيدان) ist ein Übersetzer des
Quran ins Deutsche, der aus
Syrien
stammt.
Er ist am 22. Juli 1964 in Ruhaibeh in
Syrien
geboren. Er ist unter anderem bekannt dafür, dass er
Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH)
war.
Amir Zaidan schloss 1982 sein Abitur in
Syrien
ab und studierte zunächst ein Semester Medizin. Im Jahr 1983
siedelte er nach Deutschland über und lernte die deutsche
Sprache in Heidelberg. Anschließend studierte er einige
Semester Mathematik in Karlsruhe und einige Semester
Kunststofftechnik in Darmstadt. Von 1993 bis 1996 absolvierte
er ein Fernstudium zum
Islam
am „Institut Européen des Sciences Humaines“ (IESH) bei
Château-Chinon in Frankreich. Nach weiteren Zwischenstaionen
promovierte er im Januar 2016 im Fachbereich
Islamische Rechtswissenschaft [fiqh] an der Fakultät für
Islamische Studien in Novi Pazar/Serbien.
Zaidan engagierte sich in Deutschland für den
Islam.
1994 gründete er mit den Vertretern der evangelischen Kirche,
der katholischen Kirche und der islamischen Gemeinden die
Islamisch-Christliche Arbeitsgemeinschaft in Hessen (ICA-Hessen),
deren muslimischer Vorsitzender er bis 2003 war. In dieser
Funktion nahm er an zahlreichen Dialog-Veranstaltungen teil
und fungierte auch als Mediator bei interkulturellen
Konflikten.
Von 1997 bis 2003 war Zaidan Lehrbeauftragter im
Fachbereich Vergleichende Religionswissenschaft an der
Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. 1998
gründete er eine deutschsprachige Zeitung von Muslimen in
Hessen mit, das Freitagsblatt, bei dem er bis 2000 als
verantwortlicher Redakteur für Islam und Interreligiöses tätig
war. 2001 gründete er im Rahmen des IRH das „Islamologische
Institut e. V.“ mit, dem er seither als wissenschaftlicher
Direktor vorsteht. 2001 gründete Zaidan mit Vertretern der
jüdischen Gemeinde, der christlichen Kirchen und islamischer
Gemeinden das Abrahamische Forum, wo er bis 2003 im
abrahamischen Team als muslimischer Vertreter, zusammen mit
einer Jüdin und einem christlichen Theologen, aktiv war.
Zaidan saß 2002 zusammen mit dem muslimischen Rechtsanwalt
Norbert Müller und dem ehemaligen M.S.V.-Vorsitzenden
Ibrahim El-Zayat im Vorstand der „Gesellschaft Muslimischer
Sozial- und GeisteswissenschaftlerInnen e.V.“ (GMSG).[7]
2003 siedelte Zaidan um nach Wien, wo er als Direktor des
Islamischen Religionspädagogischen Instituts (IRPI), einer
Bildungsinstitution der Islamischen Glaubensgemeinschaft in
Österreich (IGGiÖ), zuständig ist für die Fort- und
Weiterbildung der islamischen Religionslehrer in Österreich.
Seit 2006 ist Zaidan Chefredakteur und Herausgeber der zweiten
deutschsprachigen Zeitung von Muslimen in Österreich: Die
Muslimische – Muslimische Allgemeine Zeitung. Die erste hieß
Qiyam.
Zaidan ist vor allem bekannt für seine
Quran-Übersetzung ins Deutsche: „Der edle Qur’an und die
Übersetzung seiner Bedeutungen in die deutsche Sprache“.
Zaidan übernimmt zahlreiche Fachbegriffe als nicht
übersetzungsfähig im arabischen Original. So werden Worte wie
Dschihad, Iman, Kufr, Nifaq, Wali und Zakat im Text nicht
übersetzt, sondern in einem Anhang inhaltlich erläutert.
In den Medien der
Westlichen Welt wird Zaidan unter anderem wegen einem
Rechtsurteil [fatwa] aus dem Jahre 1998 kritisiert, die er
als Vorsitzender des Fiqh-Rates der IRH unterzeichnete. Darin
heißt es unter anderem: „Eine mehrtägige Reise mit
Übernachtung außerhalb der elterlichen Wohnung ist für
muslimische Frauen ohne die Begleitung eines
Mahram-Verwandten, nicht erlaubt ...“. Damit verbot er
allen
muslimischen Schülerinnen die Teilnahme an mehrtägigen
Klassenfahrten. Zwar wurde das
Rechtsurteil [fatwa] nie von der breiten Mehrheit der
Muslime anerkannt und auch kaum befolgt, aber sie führte
dennoch zu Kontroversen. In der Folge wurde Zaidan auch vom
Verfassungsschutz öffentlich kritisiert. Es folgte zahlreiche
Gerichtsverfahren über die Zulässigkeit von Vorwürfen.