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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Zinnober ist ein traditionsreicher Begriff mit stofflicher,
farblicher und übertragener (sprachlicher) Bedeutung. Er
verbindet Mineralogie, Kunstgeschichte und Metaphorik.
Zinnober bezeichnet das Mineral Quecksilbersulfid (HgS)
auch bekannt als Cinnabarit. Es ist das wichtigste natürliche
Erz zur Gewinnung von Quecksilber. Die Farbe ist leuchtend rot
bis rotorange. Es kommt unter anderem in Spanien, China und
Italien vor. Das Mineral ist schwer, weich und giftig. Es
wurde unter anderem in der antiken Wandmalerei und der
mittelalterlichen Buchmalerei verwendet.
Im Deutschen hat Zinnober auch eine figurative Bedeutung:
„viel Zinnober machen“ bedeutet übertriebener Aufwand,
unnötiger Prunk und künstliche Wichtigkeit. Im leicht
abwertenden Sinn beschreibt es unnötige Förmlichkeit, leeres
Zeremoniell und eine pompöse, aber inhaltsarme Darstellung.
Beispielsweise heißt es: „Um diese Kleinigkeit wird ein
riesiger Zinnober veranstaltet.“
Der Begriff ist
Persisches Lehnwort im Deutschen und entstammt dem
persischen „sangarf„ (شنگرف), das über diverse Umwege und
Veränderungen ins Deutsche gelangt ist.