Selbst während der Lebenszeit Abu
Hurairas verwarfen und hassten Leute seine Hadithe, denn er
erzählte sie zu zahlreich und er schuf einen besonderen
eigenen Stil, was Zweifel in den Köpfen der Leute hervorrief,
und sie weigerten sich, die Hadithe zu akzeptieren, sowohl
wegen ihrer Eigenschaft wie auch wegen ihrer unerklärlichen
Unmenge.
Abu Huraira selber sagte in einem Ton der
Bekümmernis und Hilflosigkeit: „Die Leute sagen, Abu
Huraira erzähle zu viele Hadithe, aber man muss vor Allah
hintreten. Sie sagen auch, dass die Muhadschirin (Auswanderer
aus Mekka nach Medina) und die Ansar (die einheimischen
„Helfer“ in Medina) nicht so viel berichten.“ Hier zeigt
er klar, dass sowohl die Unmenge wie die Eigenschaft seiner
Hadithe von den Leuten nicht anerkannt wurden. Er warnt die
Leute auch vor Allah und vor dem Tage des Gerichts, wenn alle
Leute vor Gott hintreten müssen.
In einem anderen Ausspruch sagt er klar:
„Aber nur wegen zweier Verse im Heiligen Qur´an berichtete
ich euch überhaupt etwas, nämlich (Sure 7, Vers 159):
„Wahrhaftig, jene die das verbergen, was Wir (Gott) von der
klaren Leitung geschickt haben, nachdem Wir für die Menschheit
klar im Buche gezeigt haben – jene verflucht Allah, und jene
werden von den Fluchenden verflucht.“ Dies wurde sowohl
von Buchari als auch von Muslim in ihren Sahih-Werken
berichtet.
In die gleiche Richtung geht die
Beobachtung durch Abu Sarin, der sagte: „Abu Huraira kam zu
uns heraus, und er schlug seine Stirne mit der Hand und sagte:
„Schaut her, wollt ihr Leute sagen, ich spreche eine Lüge im
Namen des Heiligen Propheten, um euch Leitung zu geben,
während ich selbst irregeleitet werde!?“ Das bestätigt,
dass bereits in der Frühzeit des Islam durch andere Gefährten
Zweifel an Abu Hurairas Aussagen aufkamen, was bei
wahrhaftigen Überlieferern nicht bekannt ist.
Als Abu Huraira mit Muawiya in den Irak
kam und die große Menge jener sah, die zu seinem Empfang
gekommen waren, kniete er in der Moschee zu Kufa nieder, dann
hustete er ein paar mal, damit die Leute ihm lauschen sollten,
und als sich alle um ihn geschart hatten, sprach er sie an:
„Oh Leute von Irak, denkt ihr denn, ich würde eine Lüge gegen
Allah und Seinen Propheten sprechen und würde mich selbst
verurteilen, im Höllenfeuer zu brennen...“ Und dann fuhr
er fort, alle Sorten von Schmähungen auf Ali (a.) zu werfen,
nur um seinen eigenen Meistern und Alis Feinden zu gefallen,
und seine Worte waren voller Falschheiten und Fantasien.
(Quelle: Scharh
Nahdschul-Balagha, Hamidi, von Abu Dschafar Askali, Band 1,
Seite 359)
Ibn Qutaiba berichtete in seinem Buch
Tawil-u-Muchtalafil Hadith, Seite 27, dass Nisam sagte, Umar,
Uthman, Ali (a.) und Aischa hätten Abu Huraira als Lügner
bezeichnet. Selbst als er Nisam widersprechen wollte, musste
Ibn Qutaiba zugeben: „Was Nisams Behauptung betrifft, Umar,
Uthman, Ali (a.) und Aischa hätten Abu Huraira als Lügner
bezeichnet, so ist die Tatsache doch, dass Abu Huraira für
etwa drei Jahre in der Gesellschaft (Gefährtenschaft) des
Heiligen Propheten Muhammad war, und die Leute haben sehr
viele Hadithe von Abu Huraira. So brachte Abu Huraira mehr
Hadithe als jeder andere Prophetengefährte, sogar mehr als
jeder große Prophetengefährte – und deswegen tadelten die
Leute Abu Huraira, nannten ihn einen Lügner und sagten: „Wie
hast du alleine all dies gehört? Und wer noch hat mit dir
zusammen dies gehört?“ Aischa war die Eifrigste darin, Abu
Huraira der Lüge zu bezichtigen, denn sie lebte sehr lange
nach dem Propheten, zeitgleich mit Abu Huraira, der auch sehr
lange lebte. Umar war ebenfalls barsch zu jedem, der viele
Hadithe erzählte, ohne dass ein anderer sie bestätigte...“
Auf diese Weise bestätigte Ibn Qutaiba das, was Nisam gesagt
hatte. So wird deutlich, wie die Wahrheit letztendlich sich
selbst offenbart.
Die großen Prophetengefährten und ihre
Nachkommen nannten lebenslang immerzu Abu Huraira einen
Lügner, und sie zögerten nicht, dies auszusprechen; aber die
Massen der Muslime, die lange nach ihnen kamen, scheute sich,
Abu Huraira einen Lügner zu nennen, denn sie hatte die
offizielle und staatlich von den umayyadischen Herrschern
verbreitete Doktrin, alle Prophetengefährten insgesamt wären
gerecht gewesen, jeglicher Zweifel sei verboten, und sie
erforschten nicht deren Verhalten, wie es festes Prinzip sein
sollte. Auf diese Weise behinderten sie ihre Vernunft, zogen
Vorhänge vor ihre Augen und verstopften ihre Ohren, und so
wurden sie ein wirksames Bild des Verses des Heiligen Qur´an
(2:18): Taub, stumm und blind ist er – darum findet er
keine Umkehr.
Jedoch haben die Anhänger der Ahl-ul-Bait
unabhängig von derartigen Doktrinen und Vorurteilen die
Prophetengefährten immer im Lichte ihres Wirkens geprüft und
ihre Überlieferungen nach allgemein anerkannten Regeln
beurteilt, unabhängig von Rang und Namen. So ist hinsichtlich
Abu Huraira ihre Meinung die gleiche Meinung wie die Alis,
Umars, Uthmans und der Aischas, wie es oben erwähnt wurde,
denn die Genannten erschienen ihnen in jeder Hinsicht
glaubwürdiger als Abu Huraira.
Was die Ansichten einiger großer
Gelehrter betrifft, seien sie nachfolgend wiedergegeben:
Imam Abu Dschafar Askali sagte: "Abu
Huraira wird von unseren Oberhäuptern als ein Verrückter
betrachtet, und er ist als Hadith-Erzähler nicht akzeptabel."
Und er sagte auch: Kalif Umar schlug Abu Huraira mit
einer Peitsche und sagte: „Du erzählst zuviel über den
Propheten Gottes, und ich muss dich bekämpfen, weil du über
den Propheten Gottes Lügen verbreitest.“
Sufyan Sauri berichtete von Mansur aus
Ibrahim-at-Timi, der sagte:
"Die Leute akzeptieren nicht die Hadithe Abu Hurairas,
außer jene über Paradies und Hölle."
Abu Usama berichtet von Amasch, der sagt:
Ibrahim war wahrhaftig in Hadithen; wann immer ich ein
Hadith hörte, ging ich zu ihm und legte sie ihm vor. Eines
Tages legte ich ihm mehrere Hadithe vor, die von Abu Ali
erzählt werden, dann von Abu Huraira. Ibrahim sagte:
"Entschuldige mich über Abu Huraira, da die Leute die meistem
seiner Hadithe abzulehnen pflegten."
Es wurde von Ali (a.) berichtet, dass er
sagte: „Der große Lügenbold unter den Menschen über den
Heiligen Propheten Muhammad (s.) ist Abu Huraira Dusi.“
Und in einer anderen Version heißt es: „Der große Lügenbold
unter den lebenden Menschen gegen den Heiligen Propheten
Muhammad (s.) ist Abu Huraira Dusi.“ (Dusi ist der Name
eines jemenitischen Stammes, dem Abu Huraira entstammte).
Abu Yusuf fragte einmal Abu Hanifa:
„Falls wir auf ein Hadith über den Propheten Gottes stoßen,
die unserer eigenen Meinung widerspricht, was sollten wir dann
mit dem Hadith tun?“ Abu Hanifa sagte: „Wenn das Hadith
von verlässlichen Erzählern kommt, sollten wir sie akzeptieren
und unsere eigene Meinung hinten anstellen.“ Dann sagte
ich: „Was sagst du über Abu Bakr und Umar?“ Er sagte:
„Im Falle dieser beiden Männer verbiete ich euch eigene
Meinung.“ Ich sagte: „Und Ali (a.) und Uthman?“ Als
er sah, dass ich die Prophetengefährten einzeln nannte, sagte
er: „Die Prophetengefährten sind alle gerecht, ausgenommen
ein paar wenige.“ Dann nannte er die Ausnahmen: Abu
Huraira und Anas bin Malik.
Kurz, bei genauerem Studium wird klar,
dass Abu Hanifa und andere Begründer großer Rechtsschulen die
Hadithe Abu Hurairas abzulehnen pflegten, wenn diese mit ihren
eigenen Meinungen in Konflikt standen; dazu ein Beispiel: Abu
Hanifa und alle Gelehrten stimmen darin überein, dass das
rituelle Pflichtgebet ungültig wird, wenn es in
Vergesslichkeit, oder in Unwissenheit gesprochen wird, oder
unter dem Eindruck des Betenden, er habe das Gebet vorzeitig
beendet. Die hanefitische Rechtsschule ist diesbezüglich
eindeutig, und das Gebet ist in jenem Fall vollständig zu
wiederholen. Das bedeutet, dass die Hanefiten keinen Wert auf
das Hadith Abu Hurairas legen, worin der erzählt, dass der
Heilige Prophet einstmals vergaß, ein Gebet mit vier
Gebetsabschnitten (Rakat) vollständig zu beten und nur zwei
Gebetsabschnitte betete, dann stand er von seiner Gebetsstelle
auf und ging. Als er zurückkam, wurde zu ihm gesagt: „Hast
du das Gebet abgekürzt oder hast du vergessen?“ Er sagte:
„Weder habe ich abgekürzt, noch habe ich vergessen.“ Die
Leute sagten dann: „Aber du hast mit uns nur zwei Rakat
verrichtet.“ Und nach einem Wortwechsel zwischen ihm und
den Leuten glaubte er schließlich, was sie sagten. So fügte er
dem vorigen angeblich unvollständigen Gebet mit zwei
Gebetsabschnitten noch zwei Gebetsabschnitte in einem neuen
Gebet hinzu und beendete damit das Gebet, und dann machte er
Niederwerfung wegen der Vergesslichkeit.
Auf dieser Basis meinten die Gründer der
anderen drei sunnitischen Rechtsschulen Imam Malik, Imam
Schaf’i und Imam Ahmad Ibn Hanbal, dass vergessliches Sprechen
während des Pflichtgebets oder die Meinung des Betenden, er
sei nicht mehr mit dem Gebet beschäftigt, es nicht ungültig
mache. Da jedoch Abu Hanifa das Hadith Abu Hurairas nicht
akzeptiert, hält er das Pflichtgebet in solch einem Falle für
ungültig und macht die vollständige Wiederholung zur Pflicht.
Hier werden auch die Unterschiede in der Beurteilung
derartiger Aspekte unter den Rechtsgelehrten der Rechtsschulen
deutlich.
Bevor diese Diskussion geschlossen wird,
geben wir nachfolgend ein paar Beispiele, die den Rang Abu
Hurairas in der Sicht einiger Prophetengefährten aufzeigen und
fassen das Vorherige zusammen:
1.)
Gemäß Musaddad in seinem Buche "Musaad" und Ibn
Hadschar in seinem Buche "Isaba" soll Abu Huraira gesagt
haben: Als Umar von meinen Hadithen erfuhr, ließ er mich
rufen und sagte: „Warst du mit uns am Tage, da wir im Hause
von Soundso waren?“ Ich sagte: „Ja.“ Er entgegnete: „Der
Heilige Prophet sagte an jenem Tage: „ Wer immer gegen mich
absichtlich lügt, wird seinen Platz im Höllenfeuer finden.“
Dies ist ein Hinweis darauf, dass Abu Huraira nicht unter
jenen war, die vor Kalif Umar Hadithe erzählten, noch unter
jenen, die Kalif Umar Hadithe erzählen sah oder hörte. Aber
als der Kalif über andere von einigen Hadithen Abu Hurairas
erfuhr und ihre Absonderlichkeit ihn befremdete, ließ er ihn
rufen und warnte ihn vor solchem Tun mit dem Höllenfeuer.
2.)
Gemäß Ibn Asakir in seinem Buche "Kanzul Ummal",
Band 5, Seite 239, Hadith Nr. 4385, tadelte Kalif Umar einst
Abu Huraira und sagte: „Höre auf damit, Hadithe über den
Propheten Gottes (s.) zu erzählen, oder ich verbanne dich in
deine Heimat Dus (im Jemen) oder in das Land der Affen.“
3.)
Gemäß Imam Abu Dschafar Askali, wie bereits früher
erwähnt, wurde Kalif Umar einst wütend auf Abu Huraira, weil
dieser zuviel über den Heiligen Propheten erzählt hatte,
schlug ihn mit der Peitsche, tadelte ihn und sagte: „Du
hast übertrieben, und so muss ich dir eine Abreibung geben,
damit du nicht über den Propheten Gottes lügst.“
4.)
Kalif Umar setzte ihn als Gouverneur von Bahrain ab,
nachdem er Abu Huraira mit der Peitsche traktiert hatte, bis
dessen Rücken blutete, und er nahm ihm zehntausend Dirhams ab,
die Abu Huraira aus dem Staatsfonds entwendet hatte, und er
tadelte Abu Huraira mit sehr barschen Worten, wie es bereits
gezeigt wurde.
5.)
Gemäß Muslim in seinem Sahih-Buch, Band 1, Seite 34,
schlug Umar Abu Huraira schon in den Tagen des Heiligen
Propheten Muhammad (s.) so sehr, dass Abu Huraira auf seinen
Rücken fiel.
6.)
Abu Dschafar Askali berichtete, dass als Ali (a.)
hörte, wie Abu Huraira wieder Hadithe erzählte, er sagte:
„Er ist der größte Lügenbold unter den Menschen.“ Oder Ali
(a.) sagte: „Der größte Lügner über den Propheten Gottes
unter den lebenden Menschen ist Abu Huraira.“
7.)
Abu Huraira pflegte zu sagen: „Mein Freund (Prophet
Muhammad) erzählte mir...“ Oder: „Ich sah meinen
Freund.“ Oder. „Mein Freund, der Prophet Gottes sagte mir:“
Als dies Ali (a.) erfuhr, sagte er: „Wann war der Heilige
Prophet dein Freund, oh Abu Huraira?“
8.)
Gemäß Hakim in seinem Buche Mustadrak, Band 3. Seite
509, wird ausgesagt: „Als Abu Hurairas Hadithe der Aischa zu
Ohren kamen, ließ sie ihn holen und sagte: „Was sind diese
Hadithe, die uns zu Ohren gekommen sind, die du erzählst, als
ob du beim Heiligen Propheten gewesen wärst. Hast du etwas
anderes gehört, als wir gehört haben, und hast du anderes
gesehen, als wir gesehen haben?“ Abu Huraira sagte: „Oh
Mutter, dein Spiegel und dein Puder hielten dich fern vom
Propheten Gottes.“
9.)
Abu Huraira berichtete, dass die Berührung von Hund,
Frau und Esel das Pflichtgebet verderbe,
woraufhin Aischa ihm widersprach. Diese Tatsache wird auch in
den unterschiedlichen Auslegungen der vier sunnitischen
Rechtsschulen deutlich, da bei manchen tatsächlich die
einfache Berührung der eigenen Ehefrau bereits eine neue
Waschung vor dem Gebet notwendig macht!
10.)
Abu Huraira erzählte das Hadith, wonach man nicht auf
einen Fuß allein hüpfe dürfe. Als Aischa von dieser Hadith
erfuhr, hüpfte sie auf einem Fuß und sagte: „In dieser
Sache will ich eindeutig Abu Huraira widersprechen.
11.)
Abu Huraira erzählte als Hadith, wer immer den Morgen
als Dschunub (im Stande der größeren Unreinheit) betrete,
sollte kein Fasten durchführen. Ihm wurde durch Aischa und Umm
Salama widersprochen, wie es bereits aufgezeigt worden ist.
Diese Tatsachen und weitere Einzelheiten der früheren zwei
Hadithe Abu Hurairas können im Buche
Tawil-u-Muchtala-fil-Hadith von Ibn Qutaiba, Seite 27,
nachgelesen werden.
12.)
Zwei Personen besuchten Aischa und sagten, dass Abu
Huraira vom Propheten Gottes berichte, es gebe ein schlechtes
Omen in der Frau und im Tier. Daraufhin wurde Aischa wütend
und sagte: „Bei Allah, Der den Heiligen Qur´an an Abul
Qasim
offenbarte, wer immer so etwas über den Propheten Gottes
berichtet, spricht eine Sünde.“ Für wie viel ungerechte
Behandlung, welches unseren Schwestern im Laufe der Geschichte
widerfahren ist, ist Abu Huraira mit verantwortlich?
13.)
Einstmals saß Abu Huraira an der Seite des Hauses der
Aischa und erzählte Hadithe über den Propheten Gottes Muhammad
(s.), während Aischa Tasbih (Gotteslobpreisung mit einer
Gebetskette) rezitierte. Nachdem sie mit Tasbih fertig war,
sagte sie: „Es ist nicht überraschend, dass Abu Huraira
Hadithe über den Propheten Gottes erzählte, so laut, dass ich
sie hören konnte, während ich mit der Rezitation der Tasbih
beschäftigt war, und er verzog sich, bevor ich sie beenden
konnte. Hätte ich ihn erwischt, hätte ich ihm widersprochen.“
Dies und die früheren Hadithe erschienen im Buche
Tawil-u-Muchtala-fil-Hadith von Ibn Quataiba, Seite 126.
Abu Huraira
berichtete, dass der Heilige Prophet Muhammad (s.) sagte:
„Wenn irgendjemand von euch vom Schlaf erwacht, sollt er seine
Hände waschen, bevor er die Hand in irgendeinen
Gebrauchsgegenstand hineinsteckt, denn niemand weiß, wo nachts
die Hand gewesen ist."
Aischa widersprach diesem und wollte das nicht akzeptieren.
(Quelle: Ahmad Amin im Buche
Fadschrul Islam, Seite 259).
14.)
Abu Huraira erzählte vom Heiligen Propheten Muhammad
(s.): „Wer immer einen Sarg (bei einem Leichenbegräbnis)
trägt, sollte Wudhu (rituelle Waschung) haben“. Ibn Abbas
akzeptierte dieses Hadith nicht, sondern lehnte sie mit den
platten Worten ab: „Wudhu ist nicht notwendig, wenn man ein
trockenes hölzernes Gehäuse trägt.“ Dies wird durch eine
Anzahl von verlässlichen Gelehrten berichtet und auch von
Ahmad Amin im Buche Fadschrul-Islam, Seite 259.
15.)
Ibn Umar pflegte zu erzählen, dass der Prophet Gottes
das Töten von Hunden erlaubt habe, außer von Jagd- und
Hirtenhunden für Ziegen, Schafe und Rinder. Es wurde Ibn Umar
hinterbracht, dass Abu Huraira die Farm-Hunde (Wachhunde)
hinzufügte. Ibn Umar akzeptierte das nicht, lehnte das ab und
sprach: „Abu Huraira hat eine Farm, so sorgt er dafür, in
dem er für das Hadith des Propheten Gottes (s.) einen Zusatz
macht, um seinen Hund zu schützen und auch als eine
Vorsichtsmaßnahme für seine Farm.“ Diese Hadith findet
sich im Sahih-Werk von Muslim, Band 1, Seite 625,
16.)
Ibn Umar hörte Abu Huraira folgendes Hadith erzählen: „Wer
immer an einem Leichenbegräbnis teilnimmt, erhält ein Karat
Belohnung.“ Ibn Umar bemerkte dazu: „Abu Huraira hat zu
viele Hadithe erzählt.“ Er bestätigte sie nicht, bis er
die Meinung von Aischa über dieses Hadith einholen ließ.
Aischa erzählte es ebenso wie Abu Huraira, und dann erst
bestätigte er dieses Hadith. Dadurch wird deutlich, dass die
Gefährten des Propheten Abu Hurairas Worte selbst dann
anzweifelten, wenn sie richtig waren! Diese Erzählung ist in
mehreren Büchern erwähnt: Muslim erwähnte sie in seinem
Sahih-Werk, Band 1, Seite 349, und Hakim in seinem Buche "Mustadrak",
Band 3, Seite 510.
17.)
Amir bin Schuraih bin Hani tat auch das Gleiche,
als er Abu Huraira erzählen hörte: „Wer immer begehrt,
Allah zu treffen, den will Allah auch treffen; und wer immer
abgeneigt ist, Allah zu treffen, den will Allah auch nicht
treffen.“ Er bestätigte Abu Huraira nicht, bis er Aischa
über dieses Hadith befragte, und sie erzählte dieses Hadith
und brachte ihn dazu, den Sinn dieses Hadith zu verstehen.
Dies ist auch eine belegte Erzählung.
(Quelle: wie bei der vorherigen
Erzählung)
Was die über Jahrhunderte verbreitete und
seit den Umayyaden staatlich gestützte Doktrin über die
angebliche Wahrhaftigkeit aller Prophetengefährten und deren
Erhabenheit über jeglichen Zweifel anbelangt, gibt es keinen
Beweis, diese Doktrin zu stützen. Weder kannten die
Prophetengefährten selbst eine derartige Doktrin, noch haben
sich die Begründer der sunnitischen Rechtsschulen daran
gehalten. Daher ist es auch historisch nicht akzeptabel, diese
fehlerhaften Gedanken einer bestimmten Rechtsschule
zuzuordnen, denn es ist vielmehr einem staatlichen Denken
zuzuschreiben, welches eine falsche Gewaltherrschaft korrupter
Kalifen und Sultane mit angeblichen Prophetenworten
untermauern wollte. Aber selbst wenn die Korrektheit der
Doktrin angenommen werden würde, so kann sie nur für die
Prophetengefährten gelten, deren hohe Stellung, Ansehen und
unzweifelhafte Treue zum Propheten nachgewiesen sind, aber
nicht für jemanden, den Prophetengefährten wie Umar, Uthman,
Ali (a.) und Aischa selbst als Lügner bezeichnet haben. Diese
Doktrin gilt höchstens für den, gegen den keine klaren Beweise
vorliegen; aber gegen Abu Huraira liegen gleich mehrere
eindeutige Beweise vor.