Ewiges Leben

Das Ewige Leben

Ayatollah Morteza Motahhari

zum
Inhaltsverzeichnis

Manifestierung und Unvergänglichkeit der Handlungen und Errungenschaften des Menschen

Nach dem, was die Verse des Heiligen Qur’ans und Botschaften und Berichte der religiösen Autoritäten uns mitteilen, ist der Mensch ewig, und alle unsere Taten werden irgendwie aufgezeichnet und für immer festgehalten. Am Jüngsten Tag manifestieren und illustrieren sich dann unsere Handlungen aus der Vergangenheit. Tugendhafte Handlungen und Errungen­schaften manifestieren sich in schöner, attraktiver, gefälliger Gestalt und werden zum Quell von Freude und Glück, während hingegen böses Tun sich in häßlicher, ekelerregender, abscheulicher, Schrecken einflößender, bösartiger Gestalt zeigt und zu einer Quelle von Qual, Marter und Leid wird. Hier genügen drei Verse des Heiligen Qur’an und eine Überlieferung zur Illustration dieser Vorgänge.[1]

"Am Tag, da jeder vor sich versammelt finden wird, was er an Gutem getan hat, oder an Bösem: Wünschen wird er, daß ein großer Abstand wäre zwischen ihm und jenem" (Heiliger Qur’an 3:30).

Dieser Vers vergegenwärtigt uns die Situation des Menschen, der seine guten Taten als wünschenswert und Wohlgefallen erzeugend erkennen wird, und seine bösen Taten werden in schrecklicher und häßlicher Gestalt vor ihm erscheinen. Er wünscht sich, diesen entfliehen zu können, aber das wird nicht möglich sein; in der jenseitigen Welt werden seine Taten, in manifestierter Gestalt präsentiert, ein von ihm untrennbarer Teil sein.

" Und sie werden alles vorfinden, was sie getan haben". (Heiliger Qur’an 18:49)

Generell meint dieser Vers dasselbe wie der vorhergehende.

"Am jenem Tag werden die Menschen in zerstreuten Gruppen hervorkommen, damit ihnen ihre Werke gezeigt werden. Wenn dann einer (auch nur) das Gewicht eines Stäubchens an Gutem getan hat, wird er es zu sehen bekommen. Und wenn einer (auch nur) das Gewicht eines Stäubchens an Bösem getan hat, wird er es zu sehen bekommen". (Heiliger Qur’an 99:6-8)

Der Mensch ist ewig. Seine Handlungen und Errungenschaften bleiben ebenso ewig erhalten. Mit anderen Worten: Der Mensch lebt ewig mit seinen Handlungen und dem moralischen Verhalten, das er in dieser Welt an den Tag gelegt hat. Sie werden die ewigen guten oder schlechten Reserven und wohlgesinnten oder bösartigen Gesellen eines jeden in der Ewigkeit sein. In einem Bericht, der uns überliefert ist, wird erzählt, wie einer Gruppe von auswärtigen Muslimen die Ehre zuteil wurde, den Propheten Gottes (s.a.s.) zu treffen. Sie baten ihn um ein paar Ratschläge. Da äußerte der heilige Prophet einige Tatsachen, von denen eine folgendermaßen lautete: "Da eure hiesigen Handlungen und euer Benehmen eure jenseitigen lebendigen Freunde und Gesellen sein werden, versucht, euch gute auszusuchen für die andere Welt". Jemand, der an ein ewiges Leben glaubt, überlegt bei jedem seiner Gedanken, bei jedem Schritt, in seinem Verhalten, seinen Handlungen und seinem Benehmen, weil er weiß, daß jedes davon fortbestehen wird und im voraus in die andere Welt gesandt wird zur Aufbewahrung seines Lebenswandels hier.

[1]     Bezüglich der himmlischen Manifestationen der Taten in Gestalt von Segnungen und Leiden am Jüngsten Tage siehe auch die Behandlung der Auferstehung in dem Buch "Gottes Gerechtigkeit" (adli ilahi), verfaßt von demselben Autor.

© seit 2006 - m-haditec GmbH - info@eslam.de