Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen dem Leben in
dieser und dem in der anderen Welt
Wenn man über die Übereinstimmungen zwischen dem
gegenwärtigen Leben und dem kommenden nachdenkt, beobachtet
man, daß beide Leben wahr und wirklich sind. Man ist seiner
selbst so wie all dessen, was zu einem gehört, bewußt und
empfindet Freude und Leid, Glück und Kummer, Seligkeit und
Feindseligkeit. Sowohl menschliche als auch tierische
Instinktorientierung existieren in beiden Leben. Man lebt mit
vollständigen Organen und Gliedern, es gibt Räume und Körper.
Es gibt jedoch mehrere grundlegende Unterschiede, wie
folgendes zeigt: Im Gegensatz zur anderen finden sich in
dieser Welt Reproduktion, Geburt, Kindheit, Jugend, Alter und
Tod. In dieser Welt muß man arbeiten, Saat ausstreuen, den
Boden bestellen. Dort aber erntet man und profitiert von den
Anstrengungen, die man in dieser Welt unternommen hat. Diese
Welt ist ein Ort der Arbeit und Aktivität, dort ist der Ort
der Erträge und Beurteilungen. Hier läßt sich der Lebenslauf
beeinflussen durch entsprechende Veränderungen in unserem
Handeln und Tun. Hier sind Leben und Tod vereint. Jedes
lebende Geschöpf ist verknüpft mit lebloser Substanz. Außerdem
bewegt sich alles Lebende auf den Tod zu, wohingegen die
leblose Substanz unter entsprechenden Bedingungen Leben
hervorbringen kann. Im Gegensatz hierzu herrscht dort allein
das Leben. Substanz und Gegenstand, Himmel und Erde, Gärten
und Früchte, alles ist Manifestationen der Taten der Menschen
im Leben. Selbst Feuer und Marter besitzen dort Bewußtsein. In
dieser Welt dominieren spezifische chronologische Umstände,
Ursache und Wirkung. Auch dort gibt es Bewegung und
Entwicklung; aber es existieren nur der göttliche Wille und
das göttliche Reich. Bewußtsein, Erkenntnis und besonders
Sehen, Hören und Empfinden sind wesentlich stärker entwickelt,
anders gesagt, alle Vorhänge und die Sicht verdeckende Gitter
sind entfernt, und man erkennt, wie es der Heilige Qur’an
mitteilt, mit einem durchdringendem Blick die Tatsachen:
"Wir haben deinen Schleier von dir genommen, so daß dein
Blick heute scharf ist." (Heiliger Qur’an 50:22)
Wir erleben im Diesseits Niedergeschlagenheit, Langeweile,
Hoffnungslosigkeit wegen seiner Eintönigkeit. Immer läuft man
umher, sucht nach etwas. Hat man das gefunden, wonach man
geschaut hat, so freut man sich; aber nach einer Weile merkt
man, daß "das" nicht das war, wonach man gesucht hat. So wird
man rastlos, unzufrieden und sucht immer weiter nach anderem.
Deshalb kommt es, daß wir immer hinter dem her sind, was uns
fehlt, und unzufrieden sind mit dem, was wir besitzen. Im
Jenseits ist man mit seiner innersten Natur und Sehnsucht
vereint, dem ewigen Leben in der Nähe unseres Herrn und
Schöpfers; da wird man nie unzufrieden, rastlos und besorgt.
Der Heilige Qur’an sagt hierzu:
"Darin (in den Gärten des Paradieses) werden sie weilen
immerdar, ohne den Wunsch zum Wechsel zu haben". (Heiliger
Qur’an 18:108).
Weil ihnen nach Gottes Willen alles zukommt, was auch immer
sie Wünschen mögen, werden sie nie durch Mängel verwirrt und
abgelenkt.