Divan der persischen Poesie
Dschami
Aus dem »Beharistan«
Aus dem achten Garten. (Fabeln.)
7.
Als man einst der Taube vorwarf, daß sie weniger Kraft, als
die Henne besitze, da sie jährlich nur zwei, diese aber viele
Junge lege, sprach sie: Die Kinder der Taube erhalten ihr
Futter aus dem Halse des Vaters und ihrer Mutter, das Kind der
Henne aber speist von jedem Kehrichthaufen, der sich ihm auf
der Straße weist. Ein Hals kann nicht mehr als zwei Junge
nähren, ein halber Kehrichthaufen aber tausend Hühnchen Futter
gewähren.
Willst ehrlich du und redlich dich ernähren,
Darfst du dein Haus nicht allzusehr vermehren;
Du weißt es ja, in diesem Haus der Enge,
Sproßt Redliches in sehr geringer Menge.
Schlechta Wssehrd.