Divan der persischen Poesie
Schehab-ed-dîn Edib Sabir
Dieser vortreffliche Dichter war erzogen und lebte in
Chorassan, obwohl jenseits des Oxus geboren. Seine
dichterischen Zeitgenossen schätzten ihn sehr und selbst der
so eitle, aber große panegyrische Dichter Enweri sagt von
sich: »Ich bin nicht so groß, wie Sabir.« Derselbe lebte in
großer Feindschaft mit Watwat, beide Poeten bekämpften sich
heftig mit Satiren. Im Jahre 1151 fand Sabir einen
schrecklichen Tod. Als Atsis Chowaresmschah sich wider Sultan
Sandschar empörte, ging er als Kundschafter heimlich nach
Chowaresm und spürte einen Meuchelmörder aus, den Atsis mit
der Ermordung Sandschars beauftragt und abgesandt hatte.
Derselbe wurde infolgedessen hingerichtet, Sabir aus Rache,
nachdem er in die Hände der Feinde gefallen, im Oxus ertränkt;
zuvor hatte man ihm Hände und Füße abgeschnitten.
Im Dienst der Liebe
Du, deren Antlitz Eden ist, und deren Lippen Selsebil,
Die Selsebil und Eden ist, der Seelen und der Herzen Ziel.
Es kam deshalben in mein Herz die Lust, gehorsam dir zu
sein,
Weil durch Gehorsam man verdient das Paradies, den Selsebil.
Wenn du am Himmel steigst empor, wie kann erglänzen wohl
Nahid?
Wie kann die Sonn' in deinem Dienst mit ihrer Schönheit
prahlen viel?
An Schönheit kann sich nur Bagdad, Ägypten nur vergleichen
dir:
Mein Aug' ist Tigris zu Bagdad, und in Ägypten ist's der
Nil.
Josef v. Hammer.