Divan der persischen Poesie
Divan der persischen Poesie

Blütenlese aus der persischen Poesie, mit einer litterarhistorischen Einleitung, biographischen Notizen und erläuternden Anmerkungen.

Herausgegeben von Julius Hart.

1887 n.Chr.

Inhaltsverzeichnis

Divan der persischen Poesie

Schehab-ed-dîn Edib Sabir

Dieser vortreffliche Dichter war erzogen und lebte in Chorassan, obwohl jenseits des Oxus geboren. Seine dichterischen Zeitgenossen schätzten ihn sehr und selbst der so eitle, aber große panegyrische Dichter Enweri sagt von sich: »Ich bin nicht so groß, wie Sabir.« Derselbe lebte in großer Feindschaft mit Watwat, beide Poeten bekämpften sich heftig mit Satiren. Im Jahre 1151 fand Sabir einen schrecklichen Tod. Als Atsis Chowaresmschah sich wider Sultan Sandschar empörte, ging er als Kundschafter heimlich nach Chowaresm und spürte einen Meuchelmörder aus, den Atsis mit der Ermordung Sandschars beauftragt und abgesandt hatte. Derselbe wurde infolgedessen hingerichtet, Sabir aus Rache, nachdem er in die Hände der Feinde gefallen, im Oxus ertränkt; zuvor hatte man ihm Hände und Füße abgeschnitten.

Im Dienst der Liebe

Du, deren Antlitz Eden ist, und deren Lippen Selsebil,
Die Selsebil und Eden ist, der Seelen und der Herzen Ziel.
Es kam deshalben in mein Herz die Lust, gehorsam dir zu sein,
Weil durch Gehorsam man verdient das Paradies, den Selsebil.
Wenn du am Himmel steigst empor, wie kann erglänzen wohl Nahid?
Wie kann die Sonn' in deinem Dienst mit ihrer Schönheit prahlen viel?
An Schönheit kann sich nur Bagdad, Ägypten nur vergleichen dir:
Mein Aug' ist Tigris zu Bagdad, und in Ägypten ist's der Nil.

Josef v. Hammer.

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