Ibrahim Hadi

Friede sei mit Ibrahim

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Altiranischer traditioneller Sport (Erzähler: Freunde)

Am Anfang seiner Gymnasiumszeit begann Ibrahim, altiranischen-traditionellen Sport zu treiben und ging nachts zur "Zurchane" Hadj Hassan. Hadj Hassan Tawakol, auch als Hadj Hassan Najjar bekannt, war ein ergebener Mystiker und unterhielt einen Sportverein in der Nähe des "Abu Reyhan" Gymnasiums. Ibrahim wurde also ein Mitglied eines Sportvereins, der spirituell geprägt war.

Hadj Hassan las zu Beginn jeder Sportstunde eine oder mehrere Koranverse und einige Hadithe mit Erklärung. In den meisten Nächten schickte er Ibrahim in die Mitte des Sportplatzes (diese Plätze haben genau in der Mitte nochmals eine kreisförmige Vertiefung). Vor jeder Runde wird gewöhnlich eine Koransure und das Bittgebet "Tawasol (ein Bittgebet bei dem der gläubige Moslem bei den "14 Reinen, welches Prophet Mohammad, Fatima seine Tochter und die12 Imame sind, um Hilfe bittet) oder Gedichte über die Familie des Propheten Mohammads gelesen.

Jedes Mal wenn der Sport bis zum Abendgebet andauerte, stoppten sie ihre Tätigkeit und verrichteten an demselben Platz mit Hadj Hassan als Imam das abendliche Gemeinschaftsgebet. Somit lehrte Hadj Hassan in jener Vorrevolutionszeit im Hintergrund des Sports den Jugendlichen Glauben und Moral.

Einst waren wir nach dem Sport gerade beim Umziehen, als plötzlich ein Mann mit einem kleinen Kind auf dem Arm hereinstürzte! Blass und mit zitternder Stimme bat er Hadj Hassan um Hilfe wegen seines kranken Kindes, auf dessen Heilung die Ärzte keine Hoffnung mehr hatten. "Sie sind ein würdiger Mensch bei Gott, machen sie bitte "Doa" (Bittgebet) für mein Kind", flehte er ihn bei Gott an und weinte. Ibrahim stand auf und sagte zu ihm, wechseln Sie bitte ihre Kleidung und steigen Sie mit mir zusammen in die Vertiefung. Dann las er mit uns in einer Runde das Tawassol-Bittgebet und betete anschließend aus tiefstem Herzen für die Gesundheit des Kindes.

Zwei Wochen später teilte Hadj Hassan uns mit, dass wir am Freitag zum Mittagessen eingeladen sind! Erstaunt fragte ich: Bei wem? Es war der Mann, dessen Kind schwerkrank war! Alhamdolellah! (Gott sei dank)! Das Kind war gesund! Die Ärzte hatten es bestätigt! Ich drehte mich um und sah Ibrahim an. Er tat so als hätte er nichts mitbekommen und bereitete sich zum Gehen vor. Das mit einer besonderen Emotionalität und Wärme von Ibrahim gelesene Bittgebet hatte Wunder vollbracht.

Des Öfteren sah ich wie Ibrahim sich mit Jungs anfreundete, deren äußeres Erscheinungsbild keine Religiosität andeutete und die sich auch nicht viel mit Religion beschäftigten. Gerade diese leitete er in Richtung Sport und mit der Zeit in Richtung Moschee und religiöse Veranstaltungen. Einer von ihnen hatte ein sehr schlechtes Benehmen. Er redete nur von seinem Alkoholkonsum und von anderen Straftaten, von Religion aber wusste er nichts. Für ihn waren Dinge wie das tägliche Gebet, das Fasten usw. unwichtig. Er hätte noch nie an einer religiösen Veranstaltung teilgenommen, sagte er. Ich fragte Ibrahim: "Was sind das für Leute, die du hinter dir herziehst? Ibrahim war perplex: "Wieso?" Ich erwiderte: "Gestern Abend folgte dieser Junge dir bis in die "Heyat" (Stätte zur Veranstaltung religiöser Trauerfeiern,) und setzte sich neben mich. Der Geistliche redete von der Unschuld Imam Husains (a.) und von den verwerflichen Taten Yazids, wobei der Junge zornig zuhörte. Als das Licht ausging, beschimpfte er, statt Tränen zu vergießen, Yazid mit den schlimmsten Schimpfwörtern.

Ibrahim, der verwundert zuhörte, lachte plötzlich und sagte: "Dieser Junge ist noch nie zu einer religiösen Veranstaltung gegangen und hat noch nie eine Träne vergossen! Wenn er sich mit Imam Husain (a.) anfreundet, wird er sich verändern, zweifle nicht dran!" Ibrahim meinte, es sei eine Kunst solche Jungen auf Gottes Weg zu bringen.

Diese Freundschaft ging soweit, dass der Junge alle seine schlechten Gewohnheiten ablegte und sich dem Sport zuwandte. Monate später zum Neujahresfest kaufte er nach dem Sport Kuchen und verteilte ihn: "Meine Freunde, ich verdanke euch alles, vor allem Ibrahim. Ich danke Gott sehr. Wenn ich euch nicht kennengelernt hätte, hätte mich eine andere Zukunft erwartet.

Auf dem Weg nach Hause dachte ich an Ibrahims Taten. Wie schön er das Interesse der Jungen an Sport, an Besuchen der Moschee und an religiösen Tätigkeiten erwecken konnte und sie somit, wie Ibrahim es selber ausdrückte, in den Schoß Imam Husains (a.) warf. Ich erinnerte mich an eine Hadithe von Prophet Mohammad (s.) an Imam Ali (a.): "Ali Wenn du nur einen Menschen rechtleitest, ist dies wertvoller als all das, worauf die Sonne scheint.“ (Bihar Al-anwar arabisch, B. 5, S. 28)

Es kam öfter vor, dass die Jugendlichen als Gruppe zu anderen Sportvereinen gingen und dort Sport trieben. An einem Abend des Monats "Ramadan" (der Fastenmonat der Muslime) gingen wir zu einem Verein in "Karadsch". Ich werde diesen Abend nie vergessen. Ibrahim trug persische Gedichte vor, machte Bittgebete und Sport ohne dabei seine Umgebung wahrzunehmen. Ein älterer Mann saß oben auf dem Besucherplatz und schaute sich das ganze Geschehen an. Er kam zu mir, zeigte mit dem Finger auf Ibrahim und fragte besorgt: "Wer ist der Junge da?" Wieso, fragte ich zurück? Er sagte: "Als ich hereinkam sah ich ihn Liegestütze machen. Bis jetzt habe ich 700 Liegestütze gezählt. Um Gottes willen, holt ihn da heraus, jeden Moment könnte ihm schlecht werden ". Nach Beendigung des Sports spürte Ibrahim keinerlei Müdigkeit, es war als hätte er keine vier Stunden trainiert. Allerdings machte Ibrahim das alles, um stärker zu werden. Er meinte, um Gott und seinen Dienern besser dienen zu können braucht man einen starken Körper. Er bat Gott auch immer darum. Am Anfang trieb er soviel Sport und so hart , dass überall davon die Rede war. Aber nach einer Weile hörte er damit auf, er meinte, man könne davon eingebildet werden.

Die Menschen möchten immer wissen wer der Stärkere ist. Wenn ich vor anderen in dem Maße Leistungssport treibe, mache ich damit meine Freunde, die nicht so eine Fähigkeit haben, klein. Seitdem trieb Ibrahim nur solange Sport bis er sah, einer konnte nicht mehr mithalten, dann wechselte er die Sportart.

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