Das Schahid „Andarsguh“ Team (Erzähler: Mostafa Safar
Harandi)
Kurz nach Kriegsbeginn wurde von dem Hauptmann der Sepah
eine Sitzung einberufen. Abgemacht wurde, dass freiwillige
Kräfte sowie Sepah-Soldaten in allen Gebieten verteilt werden
sollten. Eine Gruppe, Jugendliche aus dem Gebiet in der Nähe
der Sahab Brücke ging nach Sumar, eine nach Mehran und eine
nach Saleh-Abad, ebenso ging eine Gruppe Richtung Bostan.
Hosseinollah Karam, einer der Kommandeure, sollte die
Gilangharb- und die Naftschahr Gruppe leiten, so wie es in der
Sitzung beschlossen worden war. Er machte sich mit einigen
Unteroffizieren des achten und neunten Bataillons der Sepah
auf den Weg nach Gilangharb. Ibrahim, der schon seit seiner
Zeit im Sportverein mit Hadj Hossein befreundet war,
begleitete ihn und wurde zum stellvertretenden Einsatzleiter
der Sepah ernannt.
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Gilangharb war eine Stadt zwischen den unterschiedlichsten
Bergregionen. 50 km von Naftschahr und der Grenze entfernt und
70 km südlich der Saresahab-Brücke. Der Irak hatte Gebiete in
der Nähe dieser Stadt und ein Großteil der Höhen besetzt.
Schon in den ersten Kriegstagen erreichten die Streitkräfte
der vierten Division der irakischen Armee Ghilangharb, stießen
aber auf den Widerstand tapferer Männer und Frauen und mussten
sich zurückziehen. Bei diesem Gefecht nahm eine Bürgerin der
Stadt sogar mit einer Sichel zwei irakischen Soldaten das
Leben!! Danach verließen etliche Bewohner die Stadt. Die
Übriggebliebenen kamen nur tagsüber in die Stadt und ihre
Nächte verbrachten sie in Zelten außerhalb. Die Brigade
Solfaghar war in der Bansiran Region, nähe der Stadt
Ghialangharb stationiert.
Kurz nachdem die Gilangharb Truppe ihre Aktivitäten
begonnen hatte, war die einzige Aufgabe der Kameraden
innerhalb eines kurzen Zeitraumes in die Defensive gegen die
potenziellen Angriffe des Feindes zu gehen. Eine Sitzung wurde
abgehalten und der Vorschlag wurde gemacht, genauso wie Shahid
Chamran asymmetrische Kriegsmethoden im Süden des Landes
einführte und Shahid Asghar Wesali partisanische in
Sarepolsahab, sollte ebenfalls in dieser Hinsicht eine Gruppe
von Guerilla-Kämpfern gebildet werden. Die Verantwortung für
die Einsätze dieser Gruppe hatte Ibrahim und Jawad Afrasiabi.
Alle Kameraden einigten sich darauf, der Gruppe den Namen
Doktor Beheschti zu geben. Als aber Ayatollah Beheschti selbst
zur Besichtigung dieses Gebietes einreiste, äußerte er seine
Unzufriedenheit, er sagte: „Da ihr einen partisanischen Krieg
führt, solltet ihr den Namen Shahid Andarsgu auswählen, er war
ja der Gründer der partisanisch-islamischen Bewegungen.“
Ibrahim hing große Bilder von Imam Khomeini, Ajatollah
Beheschti und Ajatollah Khamenei am Stützpunkt der Gruppe auf.
Dann wurden sie aktiv. Die Streitkräfte dieser asymmetrischen
Partisanengruppe waren unterschiedlichster Art. Alle Typen von
Menschen waren hier vertreten! Jugendliche, Ältere,
Analphabeten, Promovierte, sehr religiöse, regelmäßig
Nachtgebete verrichtende Jungendliche bis hin zu denjenigen,
die erst in der Gruppe das Gebet erlernen mussten. Ebenso
Theologiestudenten und Ex-Kommunisten, die ihre Vergangenheit
bereuten... ,alle hielten in dieser angenehmen und
freundlichen Atmosphäre zusammen.
Die Mitglieder dieser 40 Personen Truppe hatten eines
gemeinsam und das war ihre Tapferkeit. Ibrahim, der praktisch
gesehen, für diese Gruppe verantwortlich war, sagte immer, wir
haben keinen Kommandeur und leitete sie nur mit Freundschaft
und Sympathie. Die Truppe wurde so geleitet, dass alle
Aufgaben spontan erfüllt wurden und fast nie etwas befohlen
oder verboten wurde. Die meiste Arbeit wurde durch Beratung
und gemeinsames Denken gemacht und vor allem standen Jawad
Afrasiabi und Reza Gudini uns immer bei.
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Eine der Tagesanordnungen der Gruppe war, Hilfe für die
Einheimischen zu leisten und ihre Probleme zu lösen. Dadurch
fühlten sie sich der Truppe mehr verbunden. Die
Andarzgu-Truppe bildete zumeist Observationseinsatzteams. Aber
auch das Durchqueren des Gebirges und die Erstellung von
präzisen und korrekten Landkarten des Feindgebietes gehörten
zu den weiteren Aufgaben dieser Truppe.
Ibrahims Vorgehensweise bei den Observationseinsätzen war
sehr seltsam. Um Mitternacht passierte er mit einigen seiner
Kameraden die Höhen. Wobei sie sich dann plötzlich hinter den
irakischen Kräften befanden und demnach äußerst genaue
Informationen von deren Stützpunkten und von ihrer
militärischen Ausstattung erlangten. Er sagte: „Wenn wir so
etwas nicht tun, wissen wir nicht ob wir bei unseren Einsätzen
Erfolg haben werden. Deshalb müssen unsere Beobachtungen sehr
präzise und korrekt sein.“ Ibrahim brachte seine Methode
auch anderen Soldaten bei und sagte: „Bei den
Observationseinsätzen muss sehr viel Mut aufgebracht werden.
Ängstliche Personen sind nicht vertrauenswürdig.“
Daraufhin redete er über Wachsamkeit und Genauigkeit. In
dieser Truppe wurden die besten und bewährtesten
Observationskräfte und die mutigsten Kommandeure ausgebildet.
Nach Aussage des Kommandeurs der 313ten Hor-Brigade, der
für Informationen und Einsätze im „Najaf-Stützpunkt zuständig
war, hatte Ibrahim mithilfe seiner Methoden diese Brigade ins
Leben gerufen, allerdings wurde er Märtyrer bevor sie gebildet
wurde. Die Andarsgu-Partisanentruppe war in ihrer einjährigen
Tätigkeit Zeuge seiner 52 Einsätze. Bei einem dieser Einsätze
hatten sie die vierte Truppe der irakischen Armee im
Westgebiet stark bedrängt und ihr großen Schaden zugefügt.
In dieser kleinen Truppe waren große und tapfere Menschen
erzogen worden, denen wir zu danken haben. Sie pflückten von
Ibrahims Existenz ihre Früchte und waren stolz darauf ihn
begleitet zu haben: Märtyrer Reza Cheraghi, Kommandeur der 27.
Hazrat Rasullolah Truppe, Märtyrer Reza Dastware,
stellvertretender Vorsitzender der Truppen.