Die Pünktlichkeit bei islamischen Pflichten (Erzähler:
Freunde des Märtyrers)
Das Gebet bildete das Zentrum all seiner Tätigkeiten.
Ibrahim verrichtete selbst in den präkersten Umständen sein
Gebet pünktlich, dass heißt, sofort nach dem Gebetsruf. Und
das zumeist mit anderen in einer Gebetsgemeinschaft und in der
Moschee. Er rief auch andere zum Gemeinschaftsgebet auf.
Ibrahim war das beste Beispiel für eine Hadithe von
Amir-ul-Muminin (Imam Ali (a.s.), Sohn Abu Talibs, der Cousin
des Propheten Muhammad (s.i), sein Schwiegersohn und erster
Imam der zwölf Imame): "Der regelmäßige Gang zur Moschee
beinhaltet folgende Gaben: Einen Freund, der auf dem Weg
Gottes auf diese Freundschaft eingegangen ist, ein neues
Wissen, eine neue Erkenntnis, ein Erbarmen, das man erwartet,
einen Ratschlag, der vor dem Untergang bewahrt, Worte, die zur
Rechtleitung führen und das Abgewöhnen von Sünden."
(Mawaez Al-adadie, S. 281, Mostadrak Al-wasael,
B. 6, S. 448)
Schon vor der Revolution betete Ibrahim seine Morgengebete
immer gemeinschaftlich in der Moschee. Sein Verhalten
erinnerte an einen bekannten Satz von Schahid Rajai
(iranischer Politiker und Staatspräsident): Sagt nicht zum
Gebet, ich habe zu tun, sagt zu der Arbeit ich habe zu beten.
Das beste Beispiel hierzu war das Gemeinschaftsgebet in der
Gowd (Grube der Zurkhane). Wenn der Sport bis zum Gebetsruf
andauerte, stoppte er und das Gemeinschaftsgebet fand statt.
Ibrahims klare und laute Stimme und sein schöner Gebetsruf
zog alle an. Er war das Beispiel einer leuchtenden Hadithe des
Propheten (s.) die besagte: " Allah hat versprochen,
denjenigen, der den Gebetsruf ausruft, die rituelle Waschung
verrichtet und sich bei dem Gemeinschaftsgebet in der Moschee
beteiligt, ohne Abrechnung ins Paradies zu schicken."
In dieser Zeit hatte sich Ibrahim schon mit den meisten
Jugendlichen in der Moschee angefreundet. Er hatte sich einen
Aba (ärmelloser Überwurf, den normalerweise die Theologen
benutzen aber auch andere beim Beten manchmal verwenden)
gekauft und betete meistenteils mit diesem.
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Es war das Jahr 1359 (1980). Das Programm der Basijis
(Zusammenschluss religiöser Menschen zwecks Durchführung
religiöser Programme) dauerte bis weit nach Mitternacht. Nur
zwei Stunden verblieben noch bis zum Morgengebet. In dieser
Zeit versammelte Ibrahim die Jungendlichen und erzählte ihnen
Erinnerungen von der Zeit in Kurdistan. Er erzählte sie sehr
interessant und ebenso witzig. So ließ er die Jungendlichen
bis zum Morgengebet nicht schlafen. Nach dem
Gemeinschaftsgebet gingen sie dann nach Hause.
Ibrahim meinte, wenn sie sofort nach dem Programm nach
Hause gegangen wären hätten sie mit Sicherheit das Morgengebet
verschlafen. Entweder müsst ihr das Programm früher beenden
oder die Jungendlichen bis zum Morgengebet warten lassen,
damit sie es nicht versäumen.
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Tagsüber war Ibrahim immer ein scherzender und amüsanter
Mensch. Und er redete auch immer sehr volkstümlich. Aber
Nachts bis hin zur Morgendämmerung war er in der Regel wach
und beschäftigte sich mit dem Nachtgebet. Er war auch immer
darum bemüht dies zu verstecken. In der letzten Zeit wurden
seine Wachzeiten immer länger. Er wusste wohl, dass in den
schiitischen Hadithen das Wachbleiben bis zur Morgendämmerung
und das Nachtgebet als Zeichen eines Schiiten galt.
Er verpflichtete sich zum Lesen der Bittgebete Dua Komeil (
ein Bittgebet, das bis heute eine sehr wichtige Rolle in der
schiitischen Lehre spielt. Imam Ali (a.) soll dieses Gebet von
Chidr erhalten und an Kumayl ibn Ziyād weitergegeben haben),
Dua Nudba (das Bittgebet der Wehklage. Es drückt die Wehklage
der Überzeugten über die Abwesenheit der Ahl-ul-Bait, in
Person von Imam Mahdi aus) und Dua Tawasoll (dieses Bittgebet
ist eine Anrufung der 14 Personen der Ahl-ul-Bait, damit sie
bei Allah Fürsprache für uns einlegen). Er las jeden Tag nach
dem Morgengebet die entsprechenden Bittgebete des Tages und
die Audienz zu Aschura (Ziyarat Aschura). Dies ist ein
überliefertes Bittgebet der Ahl-ul-Bait. Sie gilt als einzige
Audienz einer Heiligen Überlieferung .
Er flüsterte auch ständig den neunten Koranvers der Sure
Yassin, die eigentlich zu lesen empfohlen wird, um sich gegen
Feinde zu schützen. Einmal fragte ich Ibrahim, warum er denn
diesen Vers immer wieder lesen würde, hier gäbe es doch keinen
Feind?!
Er schaute mich ernsthaft an und sagte: Gibt es einen
größeren Feind als Scheitan (Satan)?!
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Einmal war die Rede über Jugendliche und die Wichtigkeit
des Gebets. Ibrahim meinte, als mein Vater starb war ich sehr
betrübt. In der ersten Nacht, nachdem die Gäste gegangen
waren, habe ich, um meine Verärgerung auszudrücken nicht
gebetet und bin einfach schlafen gegangen. Doch dann träumte
ich von meinem Vater! Er öffnete die Tür und kam unmittelbar
und zornig in mein Zimmer. Er stand mir direkt gegenüber.
Einige Momente lang starrte er mir ins Gesicht. In diesem
Augenblick schreckte ich vom Schlaf auf. Der Blick meines
Vaters hatte viele Bedeutungen! Die Gebetszeit war noch nicht
um. Sofort stand ich auf, machte die rituelle Gebetswaschung
und betete.
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Das Freitagsgebet war für Ibrahim auch sehr wichtig. Aber
als das Freitagsgebet erst richtig seine Form bekam, war er
entweder in Kurdisten oder an der Front. Doch immer wenn er in
Teheran war, nahm er daran teil. Er sagte stets: Ihr könnt
euch nicht vorstellen, wieviel Segen und Lohn das
Freitagsgebet mit sich bringt.
Imam Sadiq (a.) sagte: "Kein Schritt wird in Richtung des
Freitagsgebet genommen, ohne das Allah ihn vor dem Feuer
bewahren wird. "(Das Gebet im Spiegel der
Hadithe, S. 101, Hadithe 215)