Ein "halal" Lebensunterhalt (Erzähler: Die Schwester des
Märtyrers)
Prophet Mohammad (s.) sagte: „Helft euren Kindern, dass aus
ihnen gute Menschen werden, denn jeder kann den Ungehorsam
seines Kindes tilgen.“ Deshalb bemühte sich unser Vater sehr
um die korrekte Erziehung seiner Kinder. Er war ein sehr
frommer Mensch, ging zur Moschee, nahm an rituellen
Veranstaltungen teil und pflegte das Erwerben eines "halal
eine Bezeichnung für das, was nach islamischer Rechtslehre
erlaubt ist) Lebensunterhaltes, was er für sehr wichtig hielt.
Denn er wusste sehr gut, dass Prophet Mohammad immer wieder
sagte: „Die Dienerschaft Gottes besteht aus zehn Teilen,
neun davon umfassen das Erwerben eines rechtmäßigen
Lebensunterhaltes.“ Einmal als Gesindel ihn drangsalierten
und ihn nicht arbeiten ließen, verkaufte er mit Rücksicht auf
diese Hadithe, das von seinem väterlichen Erbe gekaufte
Geschäft und arbeitete in einer Zuckerfabrik, wo er als
einfacher Arbeiter von morgens bis abends vor dem Ofen stand.
Er konnte sich sogar zu dieser Zeit ein kleines Haus kaufen.
Ibrahim hatte öfter wiederholt, dass sein Vater seine Kinder
sehr gut erzog, weil er bei dem Erwerb eines halal
Lebensunterhaltes viele Schwierigkeiten auf sich genommen
hatte.
1. Nahjul Al-fasaha, Hadithe 370
2. Bihar Al-anwar, B. 103, S.
Jedesmal wenn er von seiner Kindheit sprach, sagte er :
Mein Vater übte mit mir das Auswendiglernen der Koranverse und
nahm mich immer mit zur Moschee. Meistens gingen wir zur
"Ayatollah Nuri-Moschee". In derselben Straße war auch die
religiöse Veranstaltung "Hazrat Ali Asghar", wo mein Vater
ehrenamtlich diente. Ich kann mich noch erinnern, das Ibrahim
in den letzten Grundschuljahren etwas angestellt hatte und
sein Vater ihn zornig aufforderte das Haus zu verlassen und
bis abends nicht zurückzukommen. Ibrahim kam erst nachts nach
Hause. Die ganze Familie war verärgert, traute sich aber nicht
dem Vater zu widersprechen. Als Ibrahim zurück war, grüßte er
höflich. Kurz darauf fragte ich ihn: "Was hast du zu Mittag
gegessen, Bruder?!" Obwohl sich unser Vater immer noch
aufgebracht zeigte, wartete er auf Ibrahims Antwort. Ibrahim
antwortete ganz ruhig: Ich lief solange durch die Straßen bis
ich auf eine ältere Frau stieß, die sehr viel eingekauft hatte
und nicht wusste wie sie mit den ganzen Sachen nach Hause
kommt. Ich habe ihr geholfen und brachte ihr die Sachen bis
vor ihre Haustür. Die alte Frau bedankte sich sehr und gab mir
eine Münze. Ich wollte sie nicht annehmen, aber die ältere
Frau bestand darauf. Ich war mir sicher, dass das Geld halal
war, da ich darum gekämpft hatte. Mittags kaufte ich mit
diesem Geld etwas Brot. Als unser Vater die Geschichte hörte
erschien ein Lächeln der Zufriedenheit auf seinen Lippen. Er
freute sich, dass sein Sohn die Lektion gelernt hatte und dem
halal Lebensunterhalt große Bedeutung beimaß. Die Freundschaft
zwischen unserem Vater und Ibrahim ging über eine reguläre
Vater-Sohn-Beziehung hinaus. Es bestand eine besondere
Verbundenheit zwischen den beiden, und diese Verbundenheit
prägte den Charakter Ibrahims.
Die freundschaftsmäßige Beziehung dauerte aber nicht lange
an, da Ibrahim den väterlichen Beistand verlor, als er noch
ein Jugendlicher war. Bei einem betrübten Sonnenuntergang
spürte er den schweren Schatten des Nichtvorhandenseins seines
Vaters. Danach lebte er wie ein erwachsener Mann. In den
folgenden Jahren schlugen ihm viele seiner Freunde und
Bekannte vor, Sport zu treiben, was er dann auch tat.