Der Muslim und der Anhänger der Schriftreligion
Kufa war einst das Zentrum des
Islamischen Staates. Das ganze Islamische Reich außer Syrien
blickte auf diese Stadt und war auf die Anweisungen und
Entscheidungen gespannt, die von dort kamen.
Auf einem Weg außerhalb dieser Stadt
begegneten sich zwei Männer, ein Muslim und ein Anhänger der
Buchreligion (also z.B. Jude, Christ oder Zoroastrier). Sie
fragten einander nach ihrem Reiseziel. Der Muslim war auf dem
Weg nach Kufa, der Anhänger der Buchreligion wollte zu einem
anderen nahegelegenen Ort gehen. Sie beschlossen, den
gemeinsamen Teil des Weges einander zu begleiten und die Zeit
in Gesellschaft zu verbringen. Die gemeinsame Strecke legten
sie im herzlichen Gespräch zurück. An der Kreuzung, wo sich
ihre Wege trennten, bemerkte der Anhänger der Buchreligion
verwundert, daß sein muslimischer Weggefährte nicht den Weg
nach Kufa einschlug, sondern mit ihm in die andere Richtung
weiterging. “Wolltest du denn nicht nach Kufa?“, fragte
er, “warum gehst du dann in diese Richtung? Sie führt nicht
nach Kufa.“ Der Muslim antwortete: “Ich weiß. Ich
möchte dich noch ein Stück begleiten. Unser Prophet hat
gesagt: ‘Wenn sich zwei Menschen auf dem Weg Gesellschaft
leisten, sind sie einander zu Dank verpflichtet’. Nun bin ich
dir Dank schuldig und möchte dich daher einige Schritte
begleiten. Dann werde ich natürlich meinen Weg weitergehen“.
“Zweifellos hat euer Prophet seine
Macht und seinen Einfluß unter den Menschen und die rasche
Verbreitung seiner Religion in der Welt dieser moralischen
Haltung zu verdanken“, sagte der Anhänger der
Schriftreligion.
Als der Mann erfuhr, daß sein
muslimischer Weggefährte der damalige Khalif Ali Ibn Abutalib
(a.s.) war, empfand er große Bewunderung für ihn. Es dauerte
nicht lange, bis dieser Mann Muslim wurde und zu den
überzeugten und opferbereiten Gefährten Imam Alis (a.s.)
gehörte.6