Eine Karawane auf der Pilgerfahrt
Eine aus Muslimen bestehende Karawane
befand sich auf einer Pilgerfahrt nach Mekka. Als sie in
Medina ankam, legte sie einige Tage Rast ein und setzte dann
die Reise in Richtung Mekka fort. An einem Rastplatz zwischen
Mekka und Medina begegneten die Reisenden einem Mann, den sie
kannten. Während sich dieser Mann mit ihnen unterhielt, wurde
er auf einen tugendhaft aussehenden Mann aufmerksam, der mit
Freude und Eifer den Reisenden diente und die Arbeiten für sie
erledigte. Er erkannte diesen auf den ersten Blick und fragte
verwundert die Reisenden: “Kennt ihr diesen Mann, der euch
dient?“
Sie antworteten: “Nein, wir kennen ihn
nicht. Er schloß sich unserer Karawane in Medina an. Er ist
ein rechtschaffener, gottesfürchtiger und tugendhafter Mann.
Wir haben ihn nicht gebeten, etwas für uns zu tun. Aber er
möchte sich sehr gerne nützlich machen und uns anderen bei der
Arbeit behilflich sein.“
- “Ich sehe, ihr kennt ihn nicht,
sonst wäret ihr nicht so dreist, ihn wie einen Diener eure
Arbeiten tun zu lassen.“
- “Wer ist denn diese Person?“
- “Er ist Ali, Sohn des Husayn.“4
Die Versammelten sprangen erregt auf und
wollten als Zeichen der Entschuldigung dem Imam die Hand
küssen. Sie beschwerten sich: “Was tun Sie uns da an? Was
wäre, wenn wir uns Ihnen gegenüber ungebührlich benommen
hätten? Dann hätten wir eine große Schuld auf uns geladen.“
Der Imam sagte: “Ich habe euch absichtlich als meine
Reisegefährten ausgesucht, weil ihr mich nicht kennt. Leute,
die mich kennen, lassen aus Liebe zum Gesandten Gottes nicht
zu, daß ich auf Reisen eine Arbeit übernehme und ihnen diene.
Daher suche ich mir Mitreisende aus, die mich nicht kennen und
denen ich mich nicht vorstelle, so daß mir das Glück zuteil
wird, meinen Gefährten zu dienen.“5