Vor dem Richter
Ein Kläger reichte seine Klage bei dem
mächtigen Khalifen der Zeit Umar ein. Die Parteien mußten vor
dem Richter erscheinen, damit die Streitfrage behandelt werden
konnte. Der Beklagte war Imam Ali (a.s.), der Vetter und
Schwiegersohn des Propheten. Umar rief die Parteien zu sich
und nahm selbst den Platz des Richters ein. Nach islamischer
Vorschrift müssen die Parteien nebeneinander sitzen, damit der
Grundsatz der Gleichheit vor dem Gericht gewahrt bleibt. Der
Khalif rief den Kläger namentlich auf und gab ihm die
Anweisung, dem Richter gegenüber zu stehen. Dann wandte er
sich an Imam Ali (a.s.) und sagte: “Abu-l-Hassan, stelle
dich neben den Kläger.“ Imam Alis (a.s.) Miene
verfinsterte sich und zeigte Anzeichen von Unmut. Daraufhin
fragte der Khalif: “Ali, möchtest du nicht neben deiner
Streitpartei stehen?“ Imam Ali (a.s.) sagte: “Ich bin
nicht betrübt, weil ich neben meiner Streitpartei stehen muß,
sondern weil du die Gerechtigkeit nicht ganz berücksichtigt
hast. Mich hast du respektvoll mit meinem Beinamen
Abu-l-Hassan angeredet, aber meine Gegenpartei mit ihrem
gewöhnlichen Namen. Das ist der Grund meines Unmuts.“
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