Der Quran im Islam
Das Wort Gottes
Der Prophet habe alle guten Gedanken, die
ihm in den Sinn gekommen sind, Worte Gottes genannt. Das
heißt, auch diese Gedanken stammten von ihm selbst, wie seine
anderen Gedanken. Da sie jedoch heilige und lautere Gedanken
seien, habe er sie Gott zugeschrieben. Der Prophet sei also
der natürliche und Gott der förmliche Urheber dieser Gedanken.
Doch die Behauptung, die Quranischen Verse seien Worte des
Propheten oder eines anderen Menschen, wird im Quran
ausdrücklich und kategorisch verneint. Dort heißt es, wenn sie
Menschenworte sind, so soll man doch das gleiche über eines
der Quranischen Themen (Glaubensbekenntnisse, Ethik, Gebote,
Geschichte, Weisheit und Predigt) beibringen und dabei alles
Erdenkliche zu Hilfe nehmen. Sollten sie jedoch scheitern, so
werden sie feststellen, dass sie keine Menschenworte sind,
sondern Gotteswort.
„Wenn sich die Menschen und die
Dschinn alle zusammen tun, um etwas beizubringen, was diesem
Quran gleich ist, so werden sie das nicht können.“
Es heißt weiter: Wenn ihr behauptet, dass
der Quran Muhammads (s.) Worte sind, dann bringt doch eine
Sure gleicher Art bei von einem Menschen, der unter den
gleichen Lebensumständen aufgewachsen ist wie unter seinen:
Verwaist, ohne Ausbildung (durch Menschen) und aufgewachsen in
den finsteren vorislamischen Zeiten.
Des Weiteren heißt es: Warum machen sie
sich keine Gedanken über den Quran, der während eines
Offenbarungszeitraums von 23 Jahren keine Änderung in Stil,
Rhetorik, Bedeutung und Wortlaut erfahren hat. Wäre er
Menschenworte, unterläge er der Ordnung der Natur, würde sich
wandeln und es würde viel Widerspruch in ihm zu finden sein.
Diese Worte stehen mit der Idee einer
formellen Urheberschaft Gottes selbstverständlich nicht im
Einklang. Sie stellen vielmehr Gott als den einzigen Urheber
des Quran dar. Davon abgesehen spricht der Quran in
zahlreichen Versen von außerordentlichen, durch die
gewöhnliche Ordnung der Natur nicht zu erklärenden
Wundertaten, durch die die Propheten ihre Berufung unter
Beweis stellten. Wäre die Berufung nur der Ruf des Gewissens
und die Offenbarung nur die lauteren menschlichen Gedanken, so
hätte es keinen Sinn, Beweise beizubringen oder zu Wundertaten
zu greifen. Einige Autoren versuchen, diese deutlichen Wunder
mit lächerlichen Erklärungen zu deuten. Doch jeder, der sich
ihre Erklärungen ansieht, wird feststellen, dass im Quran
etwas anderes gemeint ist, als diese Wissenschaftler
behaupten.
Wir wollen hier nicht den Beweis
antreten, dass Wunder und außergewöhnliche Taten möglich seien
und dass der Quran richtig darüber berichtet habe, sondern
wollen lediglich feststellen, dass der Quran ausdrücklich
über die Wundertaten von Salih (a.), Abraham (a.), Moses (a.)
und Jesus (a.) berichtet hat und dass es sich dabei um
außergewöhnliche Begebenheiten handelt. Zum Beweis einer
Gewissensregung braucht man jedoch keine Wundertaten.