Der Quran im Islam
Die Quranische Verszählung
Das Zählen der Quranischen Verse geht
auf die Zeit des Propheten (s.) zurück. Die Verszahl einiger
Suren wird bereits in den Prophetenüberlieferungen erwähnt,
wie z.B. zweihundert Verse aus der Sure “Die Familie lmrans“.
Der Prophet hat auch die Zahl der Verse der Eröffnungssure mit
sieben und die der Sure “Die Herrschaft“ (67) mit dreißig
angegeben.
Über die Gesamtzahl der Quranischen
Verse sind nach einer Überlieferung von Abu Umar Widani sechs
verschiedene Angaben gemacht worden. Diese Zahlen sind: 6.000,
6.204, 6.214, 6.219, 6.225 und 6.236. Die Angaben stammen von
den Lesern aus den fünf Städten, die die Exemplare von Uthmans
Zeit erhalten hatten: Zwei Angaben von den medinensischen
Lesern und der Rest jeweils eine von den Lesern der Städte
Mekka, Kufa, Basra und Damaskus.
Die Überlieferer jeder dieser Zahlen
führen ihre Angaben bis zu der Zeit der Prophetengefährten
zurück, betrachten ihre eigenen Angaben als
Mauqufa-Überlieferungen
und schreiben diese dem Propheten zu. Aus diesem Grunde halten
sie die Gesamtzahl der Quranischen Verse und die Bestimmung
der einzelnen Verse für Mauqufa.
Aus Medina stammen zwei Zahlen, eine von
Abu Dschafar Yazid ibn Qaqa und Schaiba ibn Nisah und eine
andere von Ismail ibn Dschafar ibn Abu Kathir Ansari. Die
mekkanische Zahl ist von Mudschahid, die kufische von Hamza,
Kisai und Halaf, die Zahl aus Basra von Asim ibn
al-Adschdschadsch al-Dschahdari und die damaszenische von Ibn
Dikwan und Hischam ibn Ammar überliefert, die Abu al-Darda
zugeschrieben wird. Die Unterschiede in der Gesamtzahl der
Quranischen Verse rühren daher, dass die Suren, ihre
Eröffnungskodierungen und ihre Wörter insgesamt
unterschiedlich gezählt werden, worauf wir im Einzelnen nicht
eingehen werden.