Apartheid
Die Theorie den Apartheid
basiert auf den Äußerungen eines Neuerers (eines sog.
„Philosophen“) und streitet die Rassengleichheit ab. Ihre
Befürworter möchten die Welt vor der „überlegenen Rasse“
regiert sehen, während „schwächere minderwertige Rassen“
ihnen dienen sollen.
Solch eine Auffassung ist
natürlich völlig unvereinbar mit jeder Anschauung vom
Menschen, welche sich zu den Grundsätzen der „Freiheit“ für
den einzelnen und für das Gesellschaftsgefüge bekennt.
Außerdem verhindert sie jedes Wachsen bei den Schwächeren. Die
meisten modernen Forscher sehen die Doktrin von der
Überlegenheit einer menschlichen Rasse über eine andere als
unbegründet und als einen kindlichen Aberglauben an, wenn man
sie im Lichte der Geschichte und wissenschaftlichen Forschung
betrachtet.
„Es gibt keine neue Rasse. Es
gibt kein wissenschaftliches Beweismaterial, das die
Rassentheorie definitiv bestätigte. Eine „arische“ Rasse ist
Bla-Bla. Die Geschichte hat nichts vom Vorhandensein einer
Rasse zu berichten, die sich so nannte. Zwar gibt es die
arische Sprachfamilie wirklich. Aber es gibt viele Beispiele
verschiedenen Rassengruppen, die die gleiche Sprache für ihre
Verständigung benutzen.“
(Geschichte der Religionen, S. 219).
Der Aufstieg des
Nationalsozialismus war einer der Gründe für den Zweiten
Weltkrieg. Die Ideologie von Hitlers Deutschland war die
„Herrschaft einer Rasse“, natürlich der „deutsch-nordischen,
die ein starkes Regierungszentrum in Mitteleuropa aufrichten
sollte. Sein kurzes brutales Regime gewann mittels der
Nürnberger und ähnlicher Reichsparteitage und einen
fanatischen Rassenpropaganda die Loyalität deutscher
Staatsbürger, wobei ein großer, wenn auch illusionären Gewinn
aus der Beherrschung ihrer Nachbarländen für sie heraussprang.
Dr. Gustaf le Bon schreibt in
seinen „Grundlagen des Geistes der Diktaturen“, S. 194:
„Der Rassismus spielte eine wichtige Rolle. Politiker sahen
ihn als Angelpunkt, wobei es zwar nach vielen blutigen
Auseinandersetzungen zu einem bewaffneten Frieden kam, der
sich dann aber mit verheerender Gewalt wieder in Krieg entlud.
Hinter all dem steckte die Idee, das man die stärkste und
gegen Gefahren am meisten gesicherte Nation ist, wenn man das
meiste Land und die größte Bevölkerungszahl besitzt - und
dabei sind es gerade diese Völker, die auf der Kippe des
Umsturzes leben.“
Heute sehen die fortschrittlichsten
Nationen „weiß“ höherwertig als „farbig“ an und hegen
abergläubische Vorstellungen von Rasse. In der Wiege der
Kultur nennt sich die Sünde „schwarz“, und Farbige sehen sich
vielen Menschenrechte und -freiheiten beraubt. In einigen
Bundesstaaten der USA darfte kein Schwarzer eine Weiße
heiraten und Schulen, Colleges, Krankenhäuser trennten Schwarz
und Weiß. Das taten auch Vereine, Hotels, Gaststätten,
Öffentliche Verkehrsmittel und - am beschämendsten - sogar
einige Kirchen.
„1954 machte der Oberste Gerichtshof
die Integration an den Schulen obligatorisch. Aber die weißen
Schulen nahmen nun 4 Schwarze pro 100 Schüler auf, und selbst
deren Einschreibung wurde an einigen Schulen nur durch Gewalt
und Truppeneinsatz erreicht.“ („Teheraner Illustrated News“,
Nr. 1174). In ihrem Kampf, die Schwarzen fernzuhalten,
bedienten sich die Weißen brutaler Rohheiten, welche an die
schlimmsten Barbareien des Mittelalters erinnerten.
Die universale
Menschenrechtserklärung hat nicht die Kraft besessen, ihre
Prinzipien von der Gleichberechtigung der Rassen
durchzusetzen. Im Zeitalten der Raumfahrt wird die Erde durch
Rassenkonflikte, die auf der Hautfarbe der Menschen gründen,
zerrüttet. Stahwood Cobb („Der Herr der beiden Ka’abas, S.
198) bemerkt: „Ich bin gegen Kiplings Empfinden, das der
Osten eben Osten, und der Westen Westen bleibt und die zwei
sich nie treffen werden. Warum nicht? Was für ein menschlicher
Unterschied besteht zwischen dem einen und dem anderen?
Christus lehrte uns vor zwei Jahrtausenden, das sittlicher
Wert und Menschlichkeit mit gutem Willen, guten Werken und
Liebe verknüpft sind. Aber Menschen im 20. Jahrhundert wissen
es besser; sie sagen, Überlegenheit beruhe auf der Hautfarbe!
Hitler wird schlechtgemacht, weil er eine Rasse verherrlichte,
aber die Szenerie von heute ist voller kleiner Hitlers. Nehmen
Sie Südafrika, nehmen Sie unser eigenes Amerika. Apartheid,
Diskriminierung überall! Nehmen Sie Vietnam. War da nicht ein
Rassenelement bei unserem Druck, das nämlich die weiße Rasse
des Westens der gelben Asiens überlegen sei?“
Südafrika, wo die Schwarzen
die Weißen siebenfach an Zahl übertreffen, hat die
Rassendiskriminierung zum Gesetz erhoben: Die Apartheid
veranlasst Weiße, Schwarze, indische Einwanderer, Farbige in
getrennten Siedlungen zu leben. Ausweiskarten stellen die
Gruppe fest, zu der man gehört. Die Trennung wird in Bussen,
Zügen, Kirchen, Gaststätten, Telefonzellen, Krankenhäusern und
Friedhöfen angewandt. Ehen unter den Rassen sind verboten. Ein
Schwarzer darf weder in einem weißen Bezirk arbeiten, noch
eine Arbeit von hohem geistigen oder wissenschaftlichen Niveau
aufnehmen. Niedrige Arbeiten sind den Schwarzen zugeteilt. Wen
wundert’s, das manchmal eine halbe Million im Gefängnis sitzt!
Weiße Richter führen in Fällen mit Schwarzen den Vorsitz.
„Keyhan“ (die Teheraner
Tageszeitung), Nr. 7013, berichtet, das ein schwarzes Mädchen,
das im Hause einer weißen Familie in Südafrika zur Welt kam,
in der Wohnung ihres Vaters, dem südafrikanischen Gesetz
entsprechend; nur als Dienstmadchen bleiben durfte; sonst
würde sie gehen und im schwarzen Stadtteil von Johannisburg
wohnen müssen. Ihr Vater zog es vor, Haus und Heim in ein Land
zu verlegen. wo seine Tochter, wie es natürlich war, bei ihren
Eltern wohnen konnte, statt sich dem unmenschlichen Gesetz zu
fügen, das von der höchsten Instanz des südafrikanischen
Rechts erzwungen wurde.
Am 12. Mai 1960 war
Sharpville eine von mehreren südafrikanischen Städten, wo
Demonstrationszüge gegen ein Gesetz stattfanden, wonach alle
Schwarzen Personalausweise bei sich führen und auf Befehl
vorzeigen mussten. Die Polizei feuerte in Sharpville auf eine
friedliche Demonstration, die am Polizeipräsidium vorbeizog;
es gab 69 Tote und 180 Verwundete (Ettela’at, Nr. 13149). Was
unterscheidet solche Unterdrückung von erzwungener Sklaverei?
In seinem Buch „Freiheit“
schreibt Harry Harwood: „Die Sklaverei in ihrer einstigen
Form ist abgeschafft, das stimmt; aber in der Form von
Klassenunterdrückung schleppt sie sich in unserer Gesellschaft
noch lange hin in dem Bestreben, die Schwarzen auf der
untersten Sprosse der sozialen Leiter zu halten.“