Der Sex im Westen
In seinem sexuellen Verhalten
hat der Westen alle moralischen Schranken überschritten. Zu
Beginn des Lebens wusste jedermann tief innen, das Reinheit
und Enthaltsamkeit in geschlechtlicher Hinsicht einen eigenen
moralischen Wert besitzen, deren Überschreitung moralische
Herabwürdigung nach sich zieht. Aber diese Wahrheit hat man
entweder vergessen oder absichtlich und in umstürzlerischer
Weise aus dem Gewissen der Menschen getilgt. Die Reinheit hat
ihre Wertschätzung verloren, sie ist von der Gesellschaft
ausrangiert worden, alle Sanktionen für eine Kontrolle der
Moral wurden aufgegeben.
Ein Freund erzahlte mir, wie
ein Mädchen in einem Radioregionalstudio Deutschlands sich Rat
erbat: „Ein paar Jahre bin ich mit einem Jungen liiert
gewesen, aber im Laufe der Zeit wurde ich ihn satt und will
nun mit einem anderen gehen. Kann ich sie beide behalten? Oder
soll ich die zweite Beziehung aufgeben und bei der ersten
bleiben?“
Der Ratgeber am Radio gab ihr
folgende Anleitung: „Bis zum Alter von 28 steht es Ihnen
völlig frei, Umgang und Verkehr mit einem Freund oder mehreren
zu pflegen, ohne jede Einschränkung oder Bedingung - also
haben Sie keine Skrupel oder Bedenken, was Sie auch immer
tun!“
Wohin sind wir gelangt, wenn
die Medien und andere Autoritäten, deren Pflicht es wäre, die
öffentliche Moral zu schützen, die Sittenverderbnis zu
verhindern, selber die Hurerei empfehlen und unter dem
Pseudonym „besondere Beziehungen vor der Ehe“ die Promiskuität
fördern oder als „Vorkämpfer der Freiheit“ posieren, jede
Moral abwerfen und die Revolte gegen Anstand, Selbstachtung
und wahren Stolz predigen?
Der Soziologe Will Durant
schrieb in seinen „Annehmlichkeiten der Philosophie“: „Das
Leben in der Stadt hindert die Menschen die Jahreszeiten zu
beobachten, aber der Sexualdruck schwillt an und die Umstände
erleichtern einem Schwachheiten. Eine Zivilisation, welche das
Heiraten wirtschaftlich unmöglich macht, bevor man 30 ist,
treibt einen Mann förmlich auf sexuelle Abwege, schwächt die
Enthaltsamkeit und reduziert die Reinheit von ihrer
ursprünglichen Bewertung als Tugend auf schwache
Lippenbekenntnisse für einen unpraktischen Traum.“ Make-up
macht Menschenwesen schöner. Die Männer hören auf, ihre
Verfehlungen zu zählen. Die Frauen, die ja Gleichheit mit den
Männern beanspruchen, werden ein Opfer ihrer Leidenschaften.
Unbegrenzte Liebesaffären und Zusammenleben vor der Heirat
werden eher die Regel als die Ausnahme. Die Straßen sind
vielleicht frei von Prostituierten, aber nicht aus Furcht vor
der Polizei! Die Frauen selber haben ja die Prostituierten
brotlos gemacht, da sie deren Geschäfte umsonst betreiben!
Die menschliche Natur ist
geschaffen, das man seine Kräfte beherrschen möchte, so das
ihre Anwendung zu rechtfertigen ist. Übertretungen auf einem
Boden, die dem Wesen der Menschheit zuwider sind, müssen eine
Ernte unerwünschten Ausmaßes hervorbringen. Die eigenen
Gesetze im Namen der Freiheit mit Füßen treten, kann nie den
Frieden des Herzens und die Freude der Seele hervorbringen,
welche die Menschen suchen.
Die Permissivität des Westens
hat diese Zügellosigkeit offenkundig gemacht. Hat dieser
unbeherrschte Aufruhr von Lüsternheit nachgelassen?
Verbrechen, Vergewaltigungen, Orgien, Streiks - woher kommt
das alles, wenn nicht von der gleichen sexuellen „Freiheit“
und Zügellosigkeit?
Schweden gewährt totale
sexuelle Freiheit seit einem Vierteljahrhundert. Seine Jugend
treibt es jetzt so wild, das Professoren und verantwortliche
Behörden darunter leiden. Man bildete einen parlamentarischen
Ausschuss, um diesen Ausbruch von Wildheit und seine
aufrührerischen Gefahren zu studieren. Der schwedische
Ministerpräsident erklärte offen: „Wir werden wenigstens
eine volle Generation benötigen, um dem Unheil zu steuern, den
ein 20 Jahre währender Fehler verursacht hat.“
Freud untersuchte die tierische Natur
des Menschen und führte alles menschliche Handeln auf den
Drang des Sex zurück. Damit schied er die Sexualität von der
Ethik. Die Keuschheit ging über Bord. Niemand konnte sich eine
Grenze ausdenken, um diese Abwärtsfahrt zu stoppen. Sie zog
viele menschliche Werte mit sich hinunter. So berichtet der „Reader’s
Digest“: „Nach westdeutschen Statistiken haben die
Besatzungstruppen der Sieger 200.000 uneheliche Kinder
hinterlassen, 5000 davon schwarz.“ Für sie alle kommt nun
die deutsche Regierung auf. Und das sind nur 10% aller
unehelichen Kinder, für die die Regierung zu sorgen hat, gar
nicht zu erwähnen die unbekannte Zahl der durch
Verhütungsmaßnahmen und Abtreibungen Ungeborenen. Von
Ostdeutschland fehlen Fakten, aber es ist mehr als
wahrscheinlich, dass das Problem dort, wenn nicht schlimmer,
so doch nicht besser ist. Und auch andere westliche Nationen
hinken da nicht weit nach. Am schmerzlichsten ist ein Bericht
aus Nordhampton in Mittelengland, wo 50% aller Lebendgeburten
unehelich sind und dies, seit Nordhampton von der
Landwirtschaft zur Fabrikarbeit überging („Scheidung in
unserer Zeit“, S. 34).
Der Psychologe Dale Carnegie
schreibt in seinem „Erfolgsspiegel“: „Die von einer
amerikanischen Stiftung veröffentlichte Statistik weist aus,
das Männer, die bekanntermaßen ihren Frauen untreu waren, aus
allen Klassen und Altersstufen stammten. Etwa 50% aller
Ehegatten sind untreu, manche regelmäßig. Die meisten derer,
die treu bleiben, tun das notgedrungen, weil sie Angst vor
Ansteckung oder Mangel an Gelegenheit haben. Telefon-Abhören
in New York über einen kurzen Zeitraum enthüllte, das die
Ehefrauen in New York die gleiche Promiskuität betreiben.“
Die „Encyclopedia
Britaannica“ (Bd. 23 S. 45) sagt: „Von allen
US-Krankenhäusern sind 650 auf Geschlechtskrankheiten
spezialisiert und weitere 50% daran Erkrankter wenden sich an
ihren Hausarzt oder einen örtlichen Spezialisten.“ Kinseys
Buch über „Sexuelle Gewohnheiten“ zeigt auf, das in den USA
jährlich 3000-4000 Kinder mit Geschlechtskrankheiten zur Welt
kommen. Und in den USA ist die Mortalität bei diesen
Krankheiten größer als die Sterblichkeitsrate aller übrigen
Krankheiten zusammengenommen, außer an TB.
Die
Teheraner Tageszeitung „Ettela’at“ zitiert die Zeitschrift „Psychology“
vom Dezember 1960: „Die Anzahl unehelicher Geburten in den USA
hat so rapide zugenommen, das sie der amerikanischen Regierung
Sorgen bereitet. Die Statistik von 1957 zeigt mehr als 200.000
solcher Geburten, ein Anstieg von 5% über 20 Jahre hinweg.“
„Black, White“ (Nr. 380)
berichtet: „Die jährlichen Abtreibungen in den USA
übersteigen 1 Million. 65% davon stammen aus außerehelichen
Beziehungen, 50% von unverheirateten Teenagern.“
Dr. Molenz aus Süd-London
sagte laut der Teheraner Tageszeitung „Kayhan“ (Nr. 535):
„Eines von fünf Mädchen, das in England zur Kirche geht, ist
schwanger. Kriminelle Abtreibungen gibt es in London 5000
jährlich. Eine Lebendgeburt unter 20 ist außerehelich. Trotz
fortschreitender Verbesserung des Lebensstandards nimmt diese
Zahl Jahr für Jahr zu. Unehelichkeit gibt es am meisten in
begüterten Familien, und Mädchen aus reichen Elternhäusern
werden eher uneheliche Mütter.“
Solche Tatsachen genügen, um
die Versklavung des modernen zivilisierten Mannes gegenüber
seinen Sexualinstinkten aufzuzeigen. Sexuelle Ausschweifungen
haben einen derartigen Höhepunkt erreicht, das viele
moralische und menschliche Werte, die man am besten in der
Familie lernt, in Vergessenheit geraten sind, womit viele
Menschen sich nicht mehr an irgendwelche moralische Schranken
gebunden fühlen.
Vor einigen Jahren
berichteten Teheraner Zeitungen, das in Idaho Männer ihre
Frauen auf drei Wochen miteinander austauschten und sich dann
noch beschenkten, um ihre Freundschaft zu „besiegeln“. Ein
Aufschrei ertönte, und die Gruppe wurde vor Gericht gebracht,
damit zukünftige Generationen geschützt und Unzucht bestraft
würde.
So viel über Verirrungen auf
einem Lebensgebiet, dem Sexuellen.