Islam und Gesetzgebung
Rousseau schrieb in seinem
„Gesellschaftsvertrag“, 2. Buch, Kap. 6 (Der Gesetzgeber):
„Um die Regeln für eine Gesellschaft zu finden, die für die
Völker am besten geeignet sind, müsste es einen überlegenen
Verstand geben, der die Leidenschaften den Menschen verstünde,
ohne selbst welche zu verspüren, der unserer Natur nicht
verwandt wäre, aber sie bis zu ihren Wurzeln kennte, dessen
Glück unabhängig von unserem wäre, der aber trotzdem unser
Glück zu seinem Anliegen machen würde. . . Man brauchte in der
Tat einen göttlichen Gesetzgeber.“
Nach diesen Anforderungen ist
der Schöpfer des Menschen selbst der fähigste Gesetzgeber. Er
kennt alle Geheimnisse des Menschseins, zieht keinen Vorteil
aus irgendeiner menschlichen Gruppierung und braucht keinen
Menschen. Daher müssen die Grundsätze, welche gerechte
Gesellschaftsordnungen schaffen können, bei einem Manne
studiert werden, der direkte Führung vom Schöpfer erhält.
dessen Lehren die inspirierten Offenbarungen jener
einzigartigen Quelle sind und der sich völlig auf jene
unendliche Weisheit verlässt.
Menschliche Gesetze haben nur
das Ordnen der menschlichen Gesellschaft zum Ziel. Sie
verlieren sich weder außerhalb dieser Grenzen, noch berühren
sie nicht-gesellschaftliche Angelegenheiten wie persönliche
Umstände, Geisteshaltungen, hervorragende geistige
Leistungen. Sie versuchen nicht, Faules in einem Menschen zu
heilen. Erst wenn Persönlichkeitsprobleme in soziale Unordnung
münden, gelangen sie in den Bereich gesetzgeberischer
Maßnahmen. Ein Mensch kann schmutzig in seinem Denken und
Geist sein und in den Augen westlichen Rechts immer noch gut,
denn das Recht hat nur ein nach außen gerichtetes Handeln im
Auge, nicht das Herz. Der Islam mit seinen weiten Blickfeld
zielt nicht nur auf Wiedergutmachung von Unrechtshandlungen,
sondern in erster Linie darauf, den Einzelnen und die
Gesellschaft von innen her wieder zu festigen, indem er die
sittliche Persönlichkeit als Grundeinheit betrachtet und ihr
Vollkommenenwerden Vorrang bekommt. Der Islam zielt auf eine
geordnete Gesellschaft mit gesunder Moral, sauberem Denken,
vernünftigern Handeln, ausgeglichenem Geist. Er gibt daher
gesetzgeberische Richtlinien für das innere Leben eines
Individuums mit ebenso viel Details wie für das der
Gesellschaft nach außen. Er bringt Ordnung und Übereinstimmung
zwischen groß und klein in der Schöpfung, zwischen
Naturgesetzen und geistigen Gesetzen, Materiellem und
Metaphysischem, Individuellem und Sozialem, zwischen Religion
und Philosophie. Er hilft dem Menschen, nicht in Kollision mit
den Naturgesetzen zu geraten, welche der Ordnung des
Universums zugrunde liegen, da ja deren Nichtbefolgung alles
menschliche Wollen und Tun durcheinander bringt und zunichte
macht.
Menschengemachte
Institutionen zielen auf die Erfüllung der Gesetze; aber beim
Islam ist der Sachwalter für die Erfüllung der Gesetze ein
tiefverwurzelter Glaube, und der Muslim erfüllt seine
Verpflichtungen dank seiner Moral und seinem Glauben auch in
Dingen, wo ihn niemand sieht, außer Gott allein. Waffengewalt
wird nur benötigt, um die winzige Minderheit kriminell
gesinnter Heuchler in Schach zu halten. Der Islam zollt daher
der inneren Reinheit des Herzens wie der nach außen gekehrten
Reinheit des Handelns, die gebührende Achtung. Er nennt solche
Taten gut, lobenswert und verdienstvoll, welche aus
Aufrichtigkeit und Glauben stammen.
Der Generalstaatsanwalt der
USA schrieb in seiner Einleitung zu seinem Buch über
islamisches Recht: „Das amerikanische Recht hat nur lose
Verbindungen zum Sittengesetz. Man kann einen Amerikaner als
gesetzestreuen Bürger ansehen, auch wenn sein Innenleben faul
und korrupt ist; aber den Islam erblickt die Quelle des
Gesetzes im Willen Gottes, wie er Seinem Apostel Muhammad
offenbart und durch Ihn verkündet worden ist. Dieses Gesetz,
der göttliche Wille, behandelt die Gesamtheit der Gläubigen
als eine einzige Gemeinschaft, die all die vielfältigen Rassen
und Völkerschaften mit einschließt welche sie zusammen in
einer weitverstreuten Gesellschaft ausmachen. Das gibt der
Religion ihre wahre, gesunde Kraft und macht sie zum
Bindelement der Gesellschaft. Es gibt keinerlei trennende
Grenzen völkischer oder geographischer Art, denn die Regierung
selbst ist der einer höchsten Gewalt des Quran untertan. Für
einen anderen Gesetzgeber ist da kein Platz mehr; demnach
kann keine Konkurrenz, Nebenbuhlerschaft, Rivalität oder
Spaltung aufkommen. Der Gläubige betrachtet diese Welt als ein
Tal der Selengestaltung, der Vorraum zum nächsten, und der
Quran macht es vollkommen klar, welches die Voraussetzungen
und Gesetze sind, die das Verhalten der Gläubigen
untereinander und zur Gesellschaft bestimmen; er macht so den
Übergang von diesen Welt zur nächsten zu einem sicheren,
gesunden und gefahrlosen Ereignis.“
Trotz der geringen
Vertrautheit der Abendländer mit dem Islam und trotz ihren
optimistischen Vorstellungen, die sie sich von der
Wirklichkeit machen, hat doch eine verhältnismäßig große
Anzahl Denker etwas von der Tiefe und dem Weitblick der
islamischen Lehre begriffen und verhehlt nicht ihre
Bewunderung für ihre klare Exegese und der Achtung werte
Lehre.
Eines Muslim-Gelehrten
Respekt vor den Gesetzen und den Anordnungen des Islam
überrascht nicht. Aber wenn ein nicht-muslimischer Gelehrter,
trotz seiner Bindung an seine eigene religiöse Engstirnigkeit,
gleichwohl die Erhabenheit und Größe des Islam und sein hohes
Vorbild erkennt, dann ist das wahre Hochachtung, besonders
wenn sie auf einer Erkenntnis der Fortschrittlichkeit der
Rechtssysteme des Islam und ihres Vermächtnisses an die
Menschheit beruht. Darum bringt dieses Buch Urteile von
Ausländern über den Islam. Wir tun das nicht, weil wir ihre
Unterstützung brauchten, sondern weil sie helfen können, den
Weg für Suchende und Fragende zu öffnen, so das der Lesen ihn
weiten verfolgen kann.
Dr. Laura Vacciea Vaglieri,
Professorin an der Universität Neapel, schrieb: „Im Koran
stoßen wir auf Schätze des Wissens und tiefer Einsichten,
welche den Werken unserer hervorragendsten Geister, großer
Philosophen und gewaltigen Politiker überlegen sind. Wie kann
solch ein Buch dem Gehirn eines einzigen Mannes entstammen -
dazu noch eines Mannes, dessen Leben sich in Geschäftskreisen
abspielte, die nicht besonders religiös waren, weit entfernt
von allen Schulen der Gelehrsamkeit? Er selbst bestand immer
darauf, er sei ein gewöhnlicher, einfacher Mann wie andere
auch und könne ohne die Hilfe des Allmächtigen ein solches
Wunderwerk gar nicht schaffen. Kein anderer als Er, dessen
Kenntnis alles, was im Himmel und auf Erden ist, übertrifft,
konnte das tun.“
Bernard Shaw sagte in seinem
„Muhammad, Allahs Apostel“: „Ich habe immer Muhammads
Religion besonders hoch geschätzt wegen des Wunders ihrer
lebendigen Kraft. Für mich ist sie die einzige Religion,
welche die mannigfaltigen Wechselfälle des Lebens und der
Unterschiede der Kulturen erfolgreich meistern kann. Ich sehe
voraus (es ist heute schon ganz klar), das die Europäer Mann
für Mann den Glauben des Islam annehmen werden. Die
mittelalterlichen Theologen behaupteten aus Unwissenheit oder
Engstirnigkeit, die Religion des Muhammad sei voller
Dunkelheiten und waren der Ansicht, er habe Christus in einem
Geiste des Hasses und des Fanatismus herausgefordert. Nachdem
ich den Mann lange studiert habe, bin ich zu dem Schluss
gekommen, dass Muhammad nicht nur nicht gegen Christus war,
sondern dass er in ihm den Retter einer verzweifelten
Menschheit erblickte. Ich bin überzeugt, dass wenn ein Mann wie
er die Führung in der neuen Welt übernähme, es ihm gelingen
würde, alle ihre Probleme zu lösen und den Frieden und
Wohlstand zu sichern, den alle Menschen wünschen.“
Voltaire, der anfangs einer
den hartnäckigsten Gegner des Islam war und der Propheten mit
Verachtung überschüttete, sagte nach 40 Jahren des Studiums
von Religion, Philosophie und Geschichte offen: „Muhammads
Religion war fraglos der von Jesus überlegen. Er stieg nie auf
das Verleumdungsniveau der Christen hinab und sagte auch
nicht, dass Gott eine Dreiheit oder das drei Götter einer
seien. Der einzige Pfeiler seines Glaubens ist der Eine Gott.
Der Islam verdankt seine Existenz den Anordnungen und der
Männlichkeit seines Begründers, während die Christen ihre
Religion anderen mit dem Schwert aufzwangen. Oh Gott! Wenn
nun alle Völker Europas die Muslime zu ihren Vorbildern
machten!“
Einer von Voltaires Helden
war Luther. Und doch schrieb er: „Luther war es nicht wert,
Muhammad die Schuhriemen zu lösen. Muhammad war ein großer
Führer und dank seiner Rechtschaffenheit und Vollendung der
Erzieher weiterer großer Männer, ein weiser Gesetzgeber, ein
gerechter Regent, ein asketischer Prophet: So entfachte er
die größte Revolution, die die Erde erlebt hat.“
Tolstoi schrieb: „Muhammad
benötigt keinen anderen Anspruch auf Ruhm, als das er ein
barbarisches, blutdürstiges Volk aus seinen teuflischen
Gewohnheiten zu einer unermesslichen Höhenentwicklung
emporhob. Sein kanonisches Recht in seiner Klugheit und
Weisheit wird noch einmal die Weltautorität sein.“